In der Region sind 111 Stellen frei – Pflege-Ausbildung unbeliebt

In der Altenpflege fehlen die Helfer

Wolfhager Land. Chronischer Kräftemangel in der Pflegebranche: Die Lücke zwischen wenigen Altenpflegern und vielen Bedürftigen klafft immer weiter auseinander. In Kreis und Stadt Kassel fehlen derzeit 111 Kräfte - darunter 29 Altenpfleger und 82 Altenpflegehelfer, geht aus dem „Pflegemonitor“ des hessischen Sozialministeriums hervor.

„Der demografische Wandel hat die Pflegebranche erfasst“, sagt Silke Sennhenn von der Arbeitsagentur. Binnen zwei Jahren ist die Zahl der Pflegebedürftigen in Hessen um sechs Prozent gestiegen. Etwa 3800 Pflegebedürftige werden zurzeit im Landkreis gepflegt. Die Prognose für 2025 ist dramatisch: Fast tausend Pflegedürftige wird es mehr geben. „Die Angebotslücke wird sich in Zukunft noch ausweiten“, progostiziert Sennhenn. Denn: Im Rennen um den beliebtesten Ausbildungsberuf hinkt die Altenpflege weit hinterher. Den Grund dafür sieht Sennhenn in der Schieflage des Lohn-Leistungs-Verhältnisses: „Altenpfleger müssen mobil, flexibel und mit Herz und Verstand dabei sein“, sagt sie. Die Entlohnung sei verhältnismäßig niedrig: Der Mindestlohn von Altenpflegern beträgt 8,50 Euro.

Betriebliche Ausbildung als sicherer Schutz vor Personalmangel – das war einmal. Die ambulanten Pflegedienste sowie 13 Pflegeheime im Wolfhager Land ringen um qualifizierte Pfleger und Schüler, die es werden wollen. „Vor zwei Jahren flatterten noch Initiativbewerbungen ins Haus“, sagt Axel Dietrich, Leiter der Seniorenresidenz Phönix in Wolfhagen. Schlagartig hat sich die Lage nun umgekehrt: Die Heime werben nun um Bewerber.

„Wir werden große Probleme bekommen“, sagt Janina Rak, Geschäftsführerin der Stiftung Altersheim. Im Wolfhager Seniorenzentrum bilde man zwar Pflegekräfte aus, „für die Zukunft wird das aber nicht ausreichen.“ ZUM TAGE, SEITE 2

Quelle: HNA

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