Altenstädter fahren mit Tempo 50 zur Demo nach Berlin

Altenstädt. Es ist ein Traum von Beate Löber: Mit dem blauen Trecker über den Potsdamer Platz in Berlin zu knattern, in Gemeinschaft mit rund 30.000 Gleichgesinnten.

Am Samstag geht er in Erfüllung. Das Biolandwirte-Ehepaar Joachim und Beate Löber aus Altenstädt beteiligt sich an der bundesweiten „Wir haben es satt!"-Demonstration in Berlin, zu der mehr als 100 Organisationen eingeladen haben. Das Motto: Stoppt Tierfabriken, Gentechnik und das USA-EU-Handelsabkommen TTIP.

Damit die Altenstädter pünktlich ankommen, brechen sie schon heute gen Norden auf. In den vergangenen Tagen haben sie den Trecker mit Transparenten bespannt und für die lange Tour vorbereitet. 400 Kilometer und zwei Tage Anfahrt liegen vor ihnen. Mit 50 Stundenkilometern geht es im Schneckentempo über Landstraßen zur Bundeshauptstadt. In Magdeburg ist eine Zwischenübernachtung geplant. Nur bis nach Göttingen müssen der 60-jährige Löber und seine drei Jahre jüngere Frau allein fahren. „Dort treffen wir uns mit zehn weiteren Landwirten mit Treckern“, erzählt Löber, der seit 35 Jahren biologische Landwirtschaft betreibt. Im Konvoi werden die Aktiven für einiges Aufsehen entlang der Strecke sorgen.

Auch in den vergangenen Jahren hat das Altenstädter Ehepaar an der bundesweiten Demo teilgenommen. Allerdings nur zu Fuß oder im Transporter. „Wenn mich meine Enkel irgendwann mal fragen, was ich gegen die Zerstörung der Welt getan habe, dann kann ich sagen, dass ich im Widerstand war“, erklärt Löber seine Beweggründe für die aufwändige Treckerreise. Für Beate Löber ist es auch das tolle Solidaritätsgefühl und vor allem der Kampf gegen Massentierhaltung und das Freihandelsabkommen.

Joachim Löbers Aufregerthema sind Patente auf Pflanzen und Tiere. Konzerne machten mit entsprechenden Patenten fette Geschäfte und versuchten mit ihren Lizenzen die gesamte Lebensmittelkette zu kontrollieren. Verbraucher, Landwirte, Züchter und Lebensmittelhersteller müssten die Zeche zahlen.

Trecker vor dem Adlon 

Bereit für die Demo: Der Biolandwirt Joachim Löber fährt mit seiner Frau per Trecker nach Berlin. Die Altenstädter sind schon zum fünften Mal dabei. Fotos:  Ricken

Wenn die Demonstration vorbei ist, werden Löbers noch längst nicht die Heimreise antreten. Das Ehepaar will noch ein bisschen mit dem Trecker durch Berlin fahren. Zum Beispiel über den Ku’damm oder zum Brandenburger Tor. „Ich plane ein Foto mit dem Trecker vor dem Hotel Adlon“, grinst der Altenstädter. Geplant ist ein Besuch bei Freunden in Berlin und danach fahren Löbers erneut zwei Tage lang nach Hause.

Altenstädter Furchen 

Dort wird der blaue Trecker vom Ku’damm dann in den nächsten Wochen wieder seine Runden durch die Ackerfurchen in der Altenstädter Gemarkung drehen.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

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