Sandbirken hatten Alterszenit erreicht

Alter Friedhof in Homberg: Bäume fielen Säge zum Opfer

Sie schnitten klein, was der Fällkran grob sägte: Marc Kohlstädt und Michael Opper von der Firma „Der Baumläufer“ aus Knüllwald waren am Alten Friedhof in Homberg im Einsatz. Die entfernten Bäume waren krank, einige Wurzeln beschädigten Gräber. Foto: mle

Homberg. Der Alte Friedhof in Homberg ist um 13 Bäume ärmer: Weil die Bäume krank waren und ihre Wurzeln Gräber beschädigten, wurden sie nun abgesägt.

Für die Zeit der Arbeiten waren die Straßen Am Hang und Am Schloßberg für den Verkehr gesperrt. Bei den Bäumen handelt sich um 60 bis 70 Jahre alte Sandbirken, die ihren Alterszenit erreicht haben, erklärt Sebastian Möller vom Fachbetrieb für Baumpflege „Der Baumläufer“ aus Oberbeisheim.

Die Birken, die sonst bis zu 150 Jahre alt werden können, seien mehrheitlich krank. Ihre Wurzel reichen an Gräber heran und heben manche Ruhestätten sogar an. Nach Auskunft von Stadtsprecher Uwe Dittmer haben sich einige Angehörige und Grabpfleger darüber beschwert. Einzelne Bäume seien nicht mehr standsicher und daher gefährlich. Manche Bäume seien außerdem derart mit Efeu überwuchert, dass nur die Entfernung des Unkrauts aufwendiger und teurer wäre, als den ganzen Baum zu fällen, erklärt Möller weiter. „Häufig wird versucht, über Jahre am Baum herum zu doktern, um ihn zu erhalten. Dabei kann man die Zeit, die man gewartete hätte, besser dazu nutzen, neue Bäume zu pflanzen und wachsen zu lassen“, sagt der zertifizierte Baumkontrolleur.

Geplant sei, Säuleneichen nachzupflanzen – eine Baumart, die langlebiger als die Birke sei und weniger Schäden verursache.

Aus Holz wird Hackschnitzel

Um die Bäume schnell und kontrolliert zu entfernen, wurde ein Fällkran aus Süddeutschland gemietet. Dieser schnitt von oben nach unten Stammabschnitte ab und legte sie übergangsweise auf die Straße oder gleich in einen Container. Mitarbeiter des Baumläufer-Teams schnitten mit Sägen die mehrere Meter langen Stämme noch kleiner, schnitten gröbere Äste ab und lichteten die Kronen.

Nach etwa zehn Minuten ist eine Birke entfernt und ihr Holz grob zerkleinert in einem Container. Von dort aus soll es zu einem Großhacker gebracht und zu Hackschnitzeln verarbeitet werden.

Manchmal werde ihre Arbeit verzögert, erzählt Möller. Und zwar immer dann, wenn sich Fremdkörper am efeuüberwucherten Baum befinden. „In etwa 90 Prozent der Fälle finden wir beim Sägen was“, sagt Möller. Meist sind es alte Nägel im Stamm – „Dann sprühen beim Sägen Funken und wir müssen die Kette austauschen“ – , ab und zu aber auch Gießkannen, die am Baum befestigt wurden und hineingewachsen sind.

Am Ende de Arbeiten bleiben Erdbodenstümpfe stehen. Diese werden mitsamt der Wurzeln erst später entfernt: Dann komme eine Wurzelstumpffräse zum Einsatz, die aber nach Angaben von Bernd Eckhardt von der Friedhofsverwaltung erst noch gemietet werden muss. 

Quelle: HNA

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