Alter Hainbuchenbestand in Mengsberg zieht Hirschkäfer an

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Stattlich: Ein männlicher Käfer kann zwischen 25 und 75 Millimeter lang werden.

Mengsberg. In Mengsberg gibt es ein wahres Kleinod: Einen alten Hainbuchen-Bestand oberhalb der Schule. Im „Hegeholz“ - so nennen die Mengsberger das Areal - fühlt sich ein seltenes Insekt sehr wohl: Der Hirschkäfer.

Damit das so bleibt, kümmern sich die Anwohner Heinrich Kaczor, Wilhelm Wagner und Heini Mattheis liebevoll um das kleine Waldstück. Pünktlich zum Rundgang der Kommission „Unser Dorf hat Zukunft“ Ende Juni soll das Areal durch einen Naturlehrpfad aufgewertet werden. Dazu gehören sollen noch der so genannte Kinderwald, eine Fläche zum „Baum des Jahres“, eine Streuobstwiese und ein Naturbiotop.

Dass sich die Hirschkäfer in Mengsberg so wohl fühlen, liegt an den 120 bis 150 Jahre alten Hainbuchen. „Die sterben langsam ab und der Käfer mag nunmal das so genannte Totholz“, erläutert Kaczor. Die imposanten Käfer seien in der Region äußerst selten.

Im Hegeholz hingegen seien sie regelmäßig zu beobachten. „Abends in der Dämmerung schwirren sie aus. Das Brummen ist doppelt so laut und wesentlich dumpfer als das von Hummeln.“ Dabei ist das Leben der Hirschkäfer kurz: Sie leben etwa vier Wochen, ausschließlich um sich fortzupflanzen.

Sterbende Hainbuche: Die Käfer mögen so genanntes Totholz.

Die Anwohner helfen dabei ein wenig nach, wollen, dass sich die Population erhöht: „Wir haben so genannte Hirschkäferwiegen gebaut“, erklärt Heinrich Kaczor. Hierfür wurden Eichenstämme dicht an dicht 50 bis 60 Zentimeter tief in den Boden eingelassen, die Zwischenräume mit Sägespänen verfüllt. „Nach und nach wird das Holz von Insekten durchdrängt und faul - und dann sollten sich die Hirschkäfer wohl fühlen“, sagt Wilhelm Wagner. Die Idee stammt vom Staatsforst, wo das „Kinderzimmer“ für Käfer bereits erprobt wurde.

Hirschkäfer sind genügsam. Sie ernähren sich vom Tau und vom Saft der Bäume. „Hirschkäfer sind keine Schädlinge“, betont Kaczor. Zu ihren größten Feinden zählt die Krähe. „Mittlerweile kreisen die hier regelmäßig über dem Areal“, erzählen die Anwohner.

Bevorzugt werden die Käfer - Männchen werden 25 bis 75 Millimeter lang - auch von Igeln. Besonders auffällig ist das Geweih, dabei handelt es sich um massiv vergrößerte Unterkiefer. Bei besonders großen Exemplaren machen sie fast die halbe Körperlänge aus.

Damit das Hainbuchen-Areal auch in Zukunft erhalten bleibt, haben die Mengsberger bereits junge Buchen gesetzt. Auf Hinweistafeln - die teilweise noch in Arbeit sind - wollen sie schon bald auf ihr „schönes Fleckchen Erde“ aufmerksam machen. „Wir müssen achtsam mit der Natur umgehen“, sagt Wilhelm Wagner.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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