Ein Platz im Wald bei Merzhausen

Kulturlandschaftslehrpfad: Alter Steinbruch mit Geschichte

Merzhausen. Der alte Steinbruch im Wald bei Merzhausen ist ein idyllischer Ort, der auf den Betrachter eine Faszination ausübt und dessen Atmosphäre durch die beeindruckenden Basaltwände bestimmt wird. Der Dorfverbund Merzhausen hat diesen Platz als dritte Station des Natur- und Kulturlandschaftslehrpfades Merzhausen ausgewählt, die mit einer Informationstafel aufgewertet wird.

Das Hinweisschild enthält für den Besucher einerseits Erläuterungen über die Geschichte des Steinbruchs von 1850 bis zu seiner Stilllegung im Jahr 1964, die körperliche Schwerstarbeit der Beschäftigten sowie das Gestein Basalt aus geologischer Perspektive, während die Rückseite auf die Wichtigkeit des Sekundärbiotops Steinbruch als Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten verweist. Um das Ambiente aus der aktiven Bewirtschaftungszeit des Steinbruchs zu visualisieren, hat man eine Lore, mit der die gebrochen Steine zur Laderampe transportiert wurden, auf den noch vorhandenen Gleisen verschweißt.

Die Lore wurde von der Firma Gringel aus Ziegenhain, deren Ursprünge eng mit Merzhausen und dem alten Steinbruch zusammenhängen, gespendet und montiert. Die Vorfahren der jetzigen Firmeninhaber fingen um 1850 in Merzhausen mit landwirtschaftlichtem Wegebau an. Sie hatten den Steinbruch als Materialquelle vom Forst gepachtet. Um diese Verbundenheit mit ihren Wurzeln zu verdeutlichen, hat die Firma Gringel auch das Trägergerüst sowie die Lehrtafeln finanziert.

Dafür bedankten sich die Vertreter des Dorfverbundes und Mandatsträger der Gemeinde kürzlich bei einer Einweihungszeremonie.

Anschließend waren alle Anwesenden zur Betriebsfeier des Unternehmens Gringel an der Grillhütte Merzhausen eingeladen.

Hinsichtlich des Natur-und Kulturlandschaftslehrpfades, der über Flora und Fauna, ökologische Zusammenhänge, den Wandel der Kulturlandschaft und die Siedlungsgeschichte informieren soll, plant der Verbund Dorfgemeinschaft im Endstadium insgesamt acht Schautafeln zu installieren.

Im Zusammenspiel mit dem Projekt „Erlebbare Geschichte“ aus dem Bereich Dorferneuerung, welches Informationen über die alte Wasserburg, die jüdische Gemeinde und die Dorfmühlen vorsieht, soll ein umfassendes Gesamtbild entstehen. (syg)

Quelle: HNA

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