Projektgruppe bereitet Veranstaltungsreihe vor – Ideen zu Wohnen, Pflege, Kontakte

Alter, wie willst du leben?

Jochem Hamacher

Schwalm-Eder/Gudensberg. Wir werden immer älter, und die Alten werden immer mehr. Auch auf dem Lande lösen sich zudem die überkommenen familiären Strukturen auf, betagte Menschen leben immer öfter allein.

Wie kann es ihnen auch im Alter ermöglicht werden, in der vertrauten Umgebung zu bleiben? Welche Alternativen zum Leben in einem Altersheim gibt es? Dazu hat sich eine Projektgruppe für den Schwalm-Eder-Kreis Gedanken gemacht und eine Veranstaltungsreihe geplant, die im Gudensberger Familien- und Kommunikationszentrum Quartier stattfinden wird.

„Wir haben recherchiert, was es bisher schon gibt an alternativen Lebensformen für Ältere“, sagt Jochem Hamacher vom Quartier. Erstaunt habe man festgestellt, was es im städtischen Raum schon alles an Initiativen gibt. Da werbe die Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft (GWH) in Kassel damit, dass „Sie in unserer Wohnung alt werden können“, dank Stadtteilarbeit und Wohngemeinschaften für Ältere; in den 60er-Jahre-Hochhäusern in Baunatal wird eine komplette Etage für eine Wohngemeinschaft für Demenzkranke umfunktioniert, mit einer professionellen Betreuungsperson, die immer präsent ist – Angehörige werden mit einbezogen.

„Bessere Vernetzung“

Im ländlichen Schwalm-Eder-Kreis sind solche Initiativen noch ferne Ziele, häufig auch wegen der Entfernungen kaum zu realisieren. „Wir müssen uns hier viel besser vernetzen“, sagt Melanie Diehl-Meyer von der privaten Pflegeberatung, die Leute miteinander ins Gespräch bringen. Ehrenamtliches Engagement und professionelle Institutionen müssten mit kommunaler Verwaltung enger zusammengebracht werden.

Deshalb kamen der Pflegestützpunkt Schwalm-Eder und die Senioren- und Generationenhilfe (beide bei der Kreisverwaltung angesiedelt) sowie die private Pflegeberatung Compass (für privat Versicherte) und das Gudensberger Quartier auf die Idee einer Veranstaltungsreihe, die thematisiert, welche Lebensformen im Alter es auch im Landkreis geben könnte und schon gibt (Programm siehe Kasten).

Agenda-Prozess gab Anstoß

In Gudensberg zum Beispiel entstand aus dem Agenda-Prozess eine Gruppe, die sich mit Nachbarschaftshilfe beschäftigt. Sie will in diesem Jahr mit der Arbeit beginnen und sieht sich als Vermittler zwischen denen, die Hilfe anbieten und denen, die sie benötigen.

„Auch die Nachbarschaftshilfe ist auf viele Akteure und Antreiber, auch auf professionelle Mitarbeiter angewiesen“, betont Jochem Hamacher. Wenn das Projekt irgendwann mal laufe, auch ohne die Hilfe der Gruppe, um so besser. Bis dahin gelte es, noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten. Es wäre schön, sagt er, wenn weitere Gruppen gegründet würden, die für neue Ideen werben in Sachen Nachbarschaftshilfe und Senioren- und Generationenarbeit im Landkreis.

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare