Alternative Antriebe: Gefahr für Rettungskräfte

Schwalm-Eder. Autos mit alternativem Antrieb sind auch im Schwalm-Eder-Kreis auf dem Vormarsch, doch stellen diese Fahrzeuge bei einem Unfall die Rettungskräfte vor neue Gefahren.

Aktuell sind im Landkreis 1461 Autos mit Elektro-, Gas oder Hybrid-Antrieb zugelassen. Kürzlich hatte es die Borkener Feuerwehr mit einem Erdgasfahrzeug zu tun, dessen Überdruckventil beschädigt war. „Wir hatten keinen Ansprechpartner und mussten warten bis am nächsten morgen die Fachwerkstatt geöffnet hat“, sagt Bernhard Stirn, Stadtbrandinspektor Borken. Dann wurde der Wagen auf ein Feld abgeschleppt, wo der Monteur das Ventil austauschen konnte. „Wegen der Explosionsgefahr mussten wir aus der Stadt raus“, sagt Stirn. Trotzdem seien gasbetriebene Fahrzeuge sicherer als allgemein angenommen, sagt der stellvertretende Kreisbrandinspektor Robert Pfalzgraf: „Zumindest solange das Überdruckventil intakt ist.“

Probleme sieht Pfalzgraf bei Hybridfahrzeugen, die mit einer Kombination aus Elektro- und Benzinmotor angetrieben werden. „In diesen Fahrzeugen sind bis zu 400 Volt starke Leitungen verlegt“, sagt er. Jeder Hersteller verbaue diese Leitungen anders, doch gerade bei Einsätzen mit der Rettungsschere müssten die Retter die genau Lage kennen. Pfalzgraf wünscht sich deshalb, dass Fahrer solcher Wagen den Bauplan hinter die Sonnenblende klemmen. „So kommen Retter bei einem Unfall schneller an die notwendigen Informationen.“ Hersteller würden solche Leitfäden anbieten, mit denen die Feuerwehren auch trainieren.

„Ein einheitlicher Standard seitens der Hersteller wäre aber die beste Lösung“, sagt Pfalzgraf. Im Blick hat er dabei auch die Airbags. „Diese werden mit Druckgaspatronen gezündet, die ebenfalls in jedem Fahrzeug anders verbaut sind.“ Auch diese könnten beim Einsatz mit der Rettungsschere explodieren.

Quelle: HNA

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