Alterssitz direkt am Bahnhof Guxhagen - Lärmschutz offenbar kein Problem

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Illustration zum Vorentwurf: So könnte eins der Gebäude für das Guxhagener Konzept „Wohnen im Alter“ aussehen.

Guxhagen. Die Kasseler Stiftung Kurhessisches Diakonissenhaus hat sich in Guxhagen als Betreiber von Wohnraum für Senioren ins Spiel gebracht. Dort könnte das 3858 Quadratmeter große Raiffeisenglände am Bahnhof neu bebaut werden - zumindest halten Fachleute den Standort für geeignet.

Anfang Juli hatte das Parlament einen Bebauungsplan für das derzeit brach liegende Gelände aufgestellt.

Für den Standort hat Fachberater Heinrich Bambey aus Knüllwald ein Konzept „Wohnen im Alter“ vorgelegt. Das 22 Seiten starke Papier hat die Stiftung Diakonissenhaus überzeugt, erklärte Vorstandsmitglid Christoph Kuhnke. Deshalb habe man sich als Betreiber ins Spiel gebracht. Die Stiftung betreibe in Baunatal-Guntershausen ein Altenhilfezentrum. Die Einrichtung im benachbarten Guxhagen ermögliche Kooperationen und in Teilbereichen ein kostengünstigeres Arbeiten, etwa bei personellen Engpässen. Das käme den Nutzern zugute, weil die Stiftung gemeinnützig wirtschafte.

Das Konzept „Wohnen im Alter“ rechnet laut Heinrich Bambey mit 15 Wohnungen in verschiedenen Größen und 60 Pflegeapartments für zwölfköpfige Wohngruppen. Hinzu kämen Räume für verschiedene Nutzungen, beispielsweise für ein Tagescafé, für betreutes Wohnen oder ein Speisesaal für die Gemeinschaft.

Schallschutz

Liegt seit 2012 brach: das Raiffeisen-Lager am Bahnhof Guxhagen, links im Bild das alte Wiege-Haus.

Das Nutzungskonzept bietet eine große Chance auf eine Belebung des Ortskerns, heißt es im Vorentwurf einer Planung für das Gelände, das die Guxhagener Architekten Vogelsberg & Felde vorlegten. Nach dem Vorentwurf könnten zwei eigenständige Gebäude entstehen, die mit einem verglasten Durchgang miteinander verbunden sind. Der Standort sei an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Die Nähe zum Bahnhof sei aus schallschutztechnischer Sicht nach dem Stand der Technik kein Problem. Gegen Lärm könnten beispielsweise Schallschutzfenster eingesetzt werden. In der Sache sei der TÜV Hessen mit einem Gutachten zum Bebauungsplan-Entwurf beauftragt, erklärte Architekt Joachim Vogelsberg.

Hintergrund: Die Stiftung Kurhessisches Diakonissenhaus Altenhilfe mit Sitz in Kassel betreibt unter anderem ein Kinder- und Jugendheim und drei Tageseinrichtungen für Kinder. Das Kasseler Alten- und Pflegeheim Haus Salem in Kassel und das Marie-Behre-Altenhilfezentrum in Baunatal-Guntershausen bilden mit verschiedenen Angeboten zum Betreuten Wohnen den Altenhilfebereich. Darüber hinaus gibt es nach Stiftungsangaben das Diakonie-Zentrum für Schädel-Hirn-Verletzte, in dem bis zu 27 Menschen im Alter von 18 bis 65 Jahren mit schweren Schädigungen des Zentralen Nervensystems betreut werden. Das Diakonissen-Mutterhaus mit Kirche, Tagungs- und Gästebetrieb ist ein weiteres Arbeitsgebiet und geistliche Heimat von 40 Diakonissen. Die gemeinnützige Stiftung feiert dieses ihr 150-jähriges Bestehen und beschäftigt haupt- oder ehrenamtlich rund 300 Menschen. (lgr)

Quelle: HNA

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