Altes Gaswerk: Jugendliche planten ihr Haus - Kritik von der FWG

Altes Gaswerk: Jugendliche planten ihr Haus - Kritik von der FWG

Homberg. Die Pläne für das Jugendhaus sind fertig, und die Teilsanierung des Homberger alten Gaswerks hat bereits begonnen. Doch gibt es Gegenwind für die Pläne von Mitgliedern der FWG-Fraktion.

"Die meisten Jugendlichen wollen das Jugendzentrum im Davidsweg nicht", sagen Sascha Henschke-Meyl und Eckbert Siebert. Henschke-Meyl bemängelt: Die Jugendlichen seien gar nicht in die Planungen eingebunden worden.

Rückendeckung bekommt er vom Vorsitzenden der Stadtjugendvertretung, Mohamed Farran. Der 20-Jährige sagt, dass er nicht wisse, was genau für die Jugendlichen geplant sei, und dass die meisten seiner Freunde den Standort im Davidsweg sogar ablehnten.

Das sieht die stellvertretende Vorsitzende der Stadtjugendvertretung, Anastasia Kreps, allerdings ganz anders: "Es gab Informationen und Planungstreffen. Wer etwas dazu beitragen wollte, der konnte es tun", sagt sie.

Auf das neue Jugendzentrum freuen sich auch Sergej Schwarz und Walter Holweger, ebenfalls Mitglieder der Stadtjugendvertretung. "Wir konnten mitentscheiden."

Architekt Jochen Gontermann und Stadtjugendpfleger Jan Schmitt zeigen sich überrascht und auch getroffen von der Kritik der FWG-Mitglieder: "Bei den Treffen mit den Jugendlichen wurden meine Pläne von den jungen Leuten über den Haufen geworfen. Ich habe von vorne angefangen, die Wünsche der Jugendlichen aufgenommen", sagt Gontermann. Das Ergebnis sei besser als zuvor.

Außerdem hätten Jugendliche konkret an den Plänen mitgewirkt und sich die Mädchen zum Beispiel dafür stark gemacht, dass es einen eigenen Raum für sie gibt.

"Es war eine fruchtbare Arbeit", sagt Gontermann und ist angetan vom Engagement der Jugendlichen. "Sie sind die Experten und wissen viel besser, was junge Leute wollen, ihre Mitarbeit ist wichtig", erklärt Gontermann.

Schmitt sagt, dass zwar nicht 20 Jugendliche dabei waren, aber doch ein guter Querschnitt. "Wer mitmachen wollte, konnte mitmachen." Plakate die dazu einluden, hingen in Schulen und Jugendzentren aus.

Diese Plakate hat auch Jonas Ganß gesehen und bei einem der Treffen mitgemacht. Fünf Jugendliche seien noch dort gewesen, sagt der 16-Jährige. Ganß wohnt im Davidsweg und weiß, dass das alte Gaswerk nicht nur als Standort umstritten war. "Ich habe die Sorge, dass es in dem Haus noch Schadstoffe gibt."

Gegen diesen Vorwurf wehrt sich Gontermann heftig: "Das würde niemand machen und könnte niemand verantworten. Es gibt mehrere behördliche Gutachten, die aussagen, dass das Haus nach der Sanierung Kinderspielplatz-Qualität hat."

Stadtverordnetensitzung: Freitag, 22. März, 19 Uhr, Stadthalle. Die Ausschüsse haben mehrheitlich für den Bau gestimmt.

Quelle: HNA

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