Stadtverwaltung stellt neue Pläne vor

Altes Gaswerk: Jugendzentrum statt Abriss

Homberg. Abriss ade: Aus dem Gebäude des früheren Gaswerks im Homberger Davidsweg kann vielmehr ein zentrales Jugendzentrum mit vielfältigem Raumangebot werden.

Der Umbau und die Nutzung kämen die Stadt sogar günstiger als der eigentlich geplante Abriss des aus dem Jahre 1904 stammenden Industriedenkmals. Die Ideen und Konzepte dazu stellte Bürgermeister Martin Wagner am Donnerstagabend den Stadtverordneten im Saal der Gaststätte Schnell in Wernswig vor. Noch vor einem halben Jahr waren sich die Homberger Stadtverordneten einig gewesen: Das alte Gaswerk, in dem Teile des städtischen Bauhofs untergebracht waren, hat keine Zukunft. Der Grund: mit Schadstoffen belastete Böden und Wände. Neues Konzept Inzwischen sieht die Welt ganz anders aus. Jochen Gontermann, Architekt im Dienste der Stadt Homberg, hat ein Konzept erarbeitet, das eine höherwertige Nutzung des Hauses ermöglichen würde. „Er sagte, da kenne ich ähnliche Gebäude, für die man auch Lösungen gefunden hat“, erinnerte sich Wagner im Gespräch mit der HNA. Gontermann sei ein kreativer Mensch, der den Auftrag erhalten habe, sich um Alternativen zu kümmern. Das Konzept, das jetzt vorliegt, sollen die Stadtverordneten in den Fraktionen und den Ausschüssen in den kommenden Wochen beraten. Um das Gebäude, in dem früher Gas für die Straßenbeleuchtung hergestellt worden war, wieder sinnvoll nutzen zu können, muss vor allem sichergestellt werden, dass die Schadstoffe ungefährlich bleiben für die Menschen, die dort ein und aus gehen. Erste Erkenntnisse laut Bürgermeister sind : • die Teerblase, die sich unter der Bodenplatte des Hauses befindet, muss durch eine Absperrung vor Oberflächenwasser geschützt werden. • die Ausdünstung des Mauerwerks in den Raum mit Cyanid ist kaum messbar, außerdem durch Isolierung der Wände zu blocken. Das haben Untersuchungen und Gutachten von Experten ergeben. Fazit: Mit entsprechenden Maßnahmen kann das Haus gerettet und als Jugendtreff umgebaut werden. Auch finanziell steht sich die Stadt damit besser: Die Kosten für den Abriss lagen bei 1,1 Mio. Euro, der städtische Anteil bei 495 000 Euro. Die Sanierung des Gebäudes plus Einrichtung des Jugendzentrums würde die Stadt - dank erheblicher Zuschüsse - etwa 340 000 Euro kosten. Auch bei den Betriebskosten liegt das zentrale Jugendzentrum unter der Summe, die zurzeit für zwei Jugendzentren ausgegeben wird. Sprecher aller Fraktionen äußerten sich positiv über die Pläne für das frühere Gaswerk. Jetzt müsse man alles prüfen, um zu einem Ergebnis zu kommen.

Quelle: HNA

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