Entdeckung beim Grubbern: Kugel offenbar Relikt aus dem Siebenjährigen Krieg

Jungen entdeckten 250 Jahre alte Kanonenkugel

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Zwei Jungs und eine Kugel: Nils Weymann (links) und Ralf Riffer-Frank entdeckten die Kanonenkugel beim Grubbern eines Ackers. Vor genau 250 Jahren fand hier ein Gefecht statt.

Breuna. Eine Kanonenkugel liegt üblicherweise nicht auf dem Küchentisch. Doch genau dort fand Otto Rumpf zu seiner großen Überraschung das verrostete runde Ding vor, als er heimkam. Der Breunaer ist in seinem Heimatort als leidenschaftlicher Hobbyarchäologe bekannt.

Eine gute Adresse also, um eine historische Fundsache abzugeben, meinte Landwirt Markus Appell. Sein Auszubildender Ralf Riffer-Frank (20) und der zwölfjährige Nils Weymann hatten die Kanonenkugel beim Ackern auf einem Feld Appells zu Tage gefördert.

„Genau 250 Jahre alt“, schoss es Rumpf beim Anblick der massiven eisernen Kugel durch den Kopf. Für den gelernten Schlosser und Geschichtsinteressierten stand gleich fest: „Die Kanonenkugel muss aus dem Siebenjährigen Krieg stammen.“ Dieser Tage erhielt der Breunaer Post vom Hessischen Landesamt für Denkmalpflege. Bezirksarchäologe Dr. Klaus Sippel, der das Fundstück persönlich abgeholt hatte, hält die Einschätzung Rumpfs für realistisch.

Otto Rumpf

Die gemeinsame Annahme zur Herkunft der schweren Metallkugel gründet sich auf die Ortschronik. Danach hat 1760 westlich von Breuna im Rottfeld, wo die Flurstücke heute noch Schanzenacker und Am Schanzenpfad heißen, mehrere Wochen lang eine Armee gelagert: Es kam schließlich zu einem Gefecht zwischen Franzosen und Alliierten. Die Gefallenen wurden auf dem heute noch bekannten Totenacker beerdigt.

250 Jahre später hält Nils Weymann das aus dem Boden herauskatapultierte runde Etwas erst einmal für eine dicke Kartoffel. Beim Grubbern eines abgeernteten Getreidefeldes in der Flur Am Stadtpfad, unterhalb der Straße Breuna-Volkmarsen, leistet er dem Auszubildenden Ralf Riffer-Frank auf dem Schlepper Gesellschaft, als er die Kanonenkugel entdeckt.

3300 Gramm ist sie schwer bei einem Durchmesser von knapp zehn Zentimetern. Weder die jungen Entdecker noch er selbst sollten das historische Stück behalten, meint Otto Rumpf und erklärt: „Wenn ein solcher Fund in Privatbesitz bleibt, ist das Risiko, dass er eines Tages verloren geht, einfach zu groß.“

Nun lagert die Breunaer Kanonenkugel, mit der Nummer 2010/45 ordentlich archiviert beim Hessischen Landesmuseum in Kassel. Und wenn sie vielleicht mal eines Tages als Bestandteil einer Ausstellung zu sehen sein wird, dann wollen auch Nils Weymann und Ralf Riffer-Frank sich die öffentliche Präsentation ihrer uralten Fundsache nicht entgehen lassen.

Quelle: HNA

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