Hessischer Bergmannstag erinnerte an Bergbautradition in Frielendorf und Borken

Altes Handwerk lebte auf

Bergparade durch den Ortskern: Hunderte Teilnehmer zogen am Sonntagmittag durch die Frielendorfer Ortslage. Fotos: Lache-Elsen/zal

Frielendorf. Vertreter von 18 Vereinen marschierten am Sonntag durch Frielendorf. Mit Marschmusik kündigten sich die Teilnehmer der Bergparade im Frielendorfer Ortskern an, allesamt Teilnehmer des 11. Hessischen Bergmanns-, Hütten- und Knappentags, der zu Ehren des Jubiläums zum 110-jährigen Bestehen des Bergmannsvereins Glück Auf Frielendorf in Nordhessen stattfand.

Bei trockener Witterung setzte sich am Sonntagmittag der Festumzug, im Bergmannsjargon Bergparade genannt, in Bewegung. Mit ihren unterschiedlichen Uniformen, Kopfbedeckungen und Fahnen boten die etwa 800 Teilnehmer ein beeindruckendes Bild. Gegen Ende des Umzuges setzte Nieselregen ein.

Kapelle und Spielmannszug

Teilnehmer aus 18 Vereinen waren angereist, bis aus Brandenburg, Westfalen, Dortmund und Görlitz. Auch die Landesverbands-Vorsitzenden aus Berlin-Brandenburg, Niedersachsen und Baden-Württemberg. Im Festzelt auf dem Frielendorfer Festplatz boten die Teilnehmer ein umfangreiches musikalisches Programm auf. In schmucken weißen Uniformen zog der Spielmannszug Neuhof die Blicke auf sich. Auch die Spielgemeinschaft Frielendorf-Spießkappel und die Bergmannskapelle Wintershall brachten musikalischen Schwung ins Festzelt.

„Nirgends sind die Solidarität und die Kameradschaft so groß“, beschrieb Frielendorfs Bürgermeister Fey und Schirmherr des Bergmannstages, den Zusammenhalt der Bergleute. Der Tag wecke Erinnerungen, sagte Fey, „aber auch bedrückende Erlebnisse“. In den 60er-Jahren endete der Braunkohletagebau in Frielendorf. Die Staubexplosion 1988 in Borken, bei der 51 Männer den Tod fanden, beendete dort den Bergbau.

Der Bergbau hat Frielendorf geprägt, sagte Fey. Nach dem Ende des Bergbaus habe es düster für die Gemeinde ausgesehen, aber der Tiefpunkt bot auch die Chance für einen Neuanfang für Frielendorf - als Touristen und Luftkurort. Der Silbersee, entstanden durch den Tagebau, und aufgeschüttetes Gelände, hätten sich in idyllische Naturlandschaften entwickelt.

Nach 140 Jahren endete der Braunkohle-Tagebau in Frielendorf, der in den besten Zeiten 1400 Leute beschäftigte, berichtete der Festredner Horst Schönhut. 25 Millionen Tonnen Braunkohle wurden abgebaut, davon wurden 6,8 Mio. Hassia-Briketts hergestellt, die seinerzeit bis in die Schweiz exportiert wurden. Erst 1902, 80 Jahre nach Beginn des Bergbaus in Frielendorf, sei der Bergmannsverein gegründet worden. Der ist Gründungsmitglied des Landesverbands und zählt in Hessen zu den aktivsten Vereinen, erklärte Dieter Guderjahn, Hessischer Landesvorsitzender der Bergmanns-, Hütten- und Knappenvereine. (zal)

Einen Bericht über die Ehrungen finden Sie in der

MITTWOCHS-AUSGABE

Quelle: HNA

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