Kleine Wohnungen und Büro in der Altstadt geplant 

Verwahrlostes Haus in Felsberg: Neues Leben statt Abriss

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Handschlag für einen Glücksfall: Wolfgang Pempe, rechts, hat das vor 16 Jahren aus einer Zwangsversteigerung erworbene Haus Quergasse 6/Ecke Obergasse in Felsberg an Manfred Sinning verkauft.

Felsberg. Der neue Eigentümer von einem leer stehenden und teils verwahrlosten Haus an der Quergasse in der Felsberger Altstadt saniert es nach historischem Vorbild. 

Manfred Sinning hat mit seiner Frau Vera Giraud bereits die Gründerzeitvilla an der Homberger Straße in Gensungen – früher im Eigentum der Arzt-Familie Dr. Koch – vorbildlich restauriert. Auch in Felsberg wird Sinning den größten Teil der Arbeiten selbst ausführen. Er hat mehrere tausend Stunden veranschlagt. Vier kleine Wohnungen und ein Büro entstehen. Im Oktober soll die erste Wohnung im Dachgeschoss bezugsfertig sein, sagte er im HNA-Gespräch. Damit ist der – auch im Ortsbeirat - oft diskutierte Abriss des Gebäudes endgültig vom Tisch.

Sinning ist Bäcker und Haussanierer. Er berät und unterstützt Bauherren beim Innenausbau. Dass er das Haus, das zwischen 1880 und 1920 entstanden ist, von Wolfgang Pempe gekauft hat, ist auf einen HNA-Bericht vom April 2017 zurückzuführen. „Ärger wegen eines Hauses“ lautete die Überschrift. Das Gebäude war fast in jeder Ortsbeiratssitzung Thema. Oft war von einem Schandfleck die Rede. Es sei wahrlich nicht der einzige Schandfleck in Felsberg, hatte Pempe gesagt. Nach dem Bericht meldete Manfred Sinning sein Interesse an. Man wurde sich schnell einig. Pempe: „Sinning ist ein Glücksfall, die jetzige Lösung ein glückliches Ende.“

Sanierung nach historischem Vorbild

Pempe stammt aus Bremen. Dann lebte er im Rhein-Main-Gebiet. Und nun im ehemaligen Haus Dieling an der Obergasse 4. Das hatte er mit erheblichem Aufwand mit Unterstützung des Förderprogramms Einfache Stadterneuerung saniert. Er ist Geschäftsführer des Diakonischen Werks im Main-Tauber-Kreis. Als Nicht-Felsberger habe er seinen Beitrag für den Erhalt der Altstadt geleistet, aber er habe nicht das Geld, auch noch das Haus Quergasse zu sanieren.

Aus einer Zwangsversteigerung hatte er das Gebäude vor 16 Jahren für 20.000 Euro erworben. Der Burgverein hatte mal Interesse an dem Gebäude. Und das Vorhaben mit der Gemeindenützlichen Genossenschaft Felsberg eine Lösung zu finden, scheiterte auch. Umso glücklicher ist Pempe, in Sinning einen Käufer gefunden zu haben.

Sinning: „Gut, dass es sich finanzieren ließ, das Haus energetisch zu sanieren und sich am historischen Vorbild zu orientieren. Ich stecke da mein Herzblut rein.“ Die Nachbarn seien sehr nett. Käufer und Verkäufer sind sich einig: „Dieses Haus wird direkt neben dem mit dem Hessischen Denkmalschutzpreis ausgezeichnete Café 'Einfach nur so' ein weiteres Schmuckstück in Felsbergs Altstadt.“ 

Quelle: HNA

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