In Niedensteiner Museum wird auch jüdische Geschichte gezeigt

In Niedensteiner Museum wird auch jüdische Geschichte gezeigt

Stilecht zur Eröffnung: Die Arbeitsgruppe von links Hans Wolfram, Götz Schmidt, Ilona Grunau, Heike Eubel, Horst Eubel, Martin Dühsler, Erich Sommer und Elvira Friedrich mit einem Exponat der Ausstellung.

Niedenstein. Was lange währt, wird endlich gut: Davon überzeugten sich am Samstag die Besucher des neuen Niedensteiner Stadtmuseums.

Sie waren zur Eröffnungsfeier scharenweise erschienen und nahmen die historischen Schätzchen und ihr neues Zuhause im Herzen der Stadt in Augenschein. „Es gab Tage, da dachte ich, das wird nie etwas..., sagte die Vereinskulturreferentin Elvira Friedrich. Denn bereits im April 2007 gründeten einige Niedensteiner die Arbeitsgemeinschaft für Kultur und Geschichte, um das Museum zu planen.

Größerer Raum für Museum

Damals habe man noch an eine zügige Wiedereröffnung des Altenburgraumes geglaubt. „Sehr schnell haben wir aber gemerkt, dass dieser Raum für eine Ausstellung, wie sie uns vorschwebte, nicht ausreichen würde.“

Ein glücklicher Zufall, dass just zu jener Zeit aus dem Dorferneuerungsprogramm Geld zur Verfügung stand. So konnte die ehemalige Postfiliale in Niedenstein umgebaut und neu gestaltet werden.

Auf 140 Quadratmetern gibt es in Niedenstein am Obertor 5 nun eine Dauerausstellung zu sehen, deren Schwerpunkte sind: • die Altenburg, • das Schicksal der Niedensteiner Juden und • die Stadtgeschichte.

Einige Informationstafeln geben das nötige Hintergrundwissen zu den Exponaten. Man erfährt beispielsweise, dass die Altenburg eigentlich keine Burg, sondern eine befestigte Höhensiedlung war, die größte ihrer Art übrigens in Niederhessen. Und, wie Horst Eubel anmerkte, auch die am Besten erforschte.

Juden zahlten Schutzgeld

Besonders aber liege ihm die Geschichte und das Erinnern an die Niedensteiner Juden am Herzen, sagte Eubel. So gibt es an einer der bebilderten Tafeln mit der Überschrift „Gegen das Vergessen“ Folgendes zu lesen: „Mit der Aufnahme des Schutzjuden Seligmann Heinemann und seiner Familie im Jahre 1649 beginnt die cirka 300-jährige Geschichte der jüdischen Gemeinde in Niedenstein.

Schutzjude bedeutete, dass jeder in der Landgrafschaft Hessen-Kassel wohnhafte Jude einen Schutzbrief des Landesherren besitzen und ein Schutzgeld entrichten musste.

Aus Amerika zur Eröffnung

Den weitesten Weg zur Eröffnung des Altenburg- und Stadtmuseums hatte wohl Geraldine Knatz zurückgelegt. Die Nachfahrin von August Knatz war eigens zur Eröffnung aus den Vereinigten Staaten in die Heimat ihrer Ahnen angereist, die anno 1860 nach New York ausgewandert waren. (zrf)

Öffnungszeiten: jeden ersten Sonntag im Monat und nach Vereinbarung, Elvira Friedrich, Tel. 05624/6619 oder 05624/99930

Von Rosemarie Först

Quelle: HNA

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