Neues Gold für alte Säulen

Umbau des alten Bahnhofsgebäudes zum türkischen Kulturzentrum geht voran

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Mittendrin: Vereinsvorsitzender Niyazi Karahan im künftigen Gebetsraum. Im Hintergrund sind die beiden Säulen zu sehen, die man beim Herausreißen einer Wand entdeckte. 

Wolfhagen. „Rund geht es hier schon die ganze Zeit. Wir sind jeden Tag da“, sagt Niyazi Karahan, der Vorsitzende des türkischen Kulturvereins, sichtlich zufrieden.

Karahan steht im alten Wolfhager Bahnhofsgebäude, das zum türkischen Kulturzentrum umgebaut wird. Das Haus ist vom Dach bis zum Keller Baustelle, es wird auf allen Etagen gearbeitet.

Über Monate sah sich der türkische Kulturverein dem Vorwurf ausgesetzt, es tue sich nichts im und am Gebäude, das jahrelang leer stand und zum Schandfleck verkam, bevor es der Verein übernahm und für die Verwirklichung seiner Umbaupläne über die Stadt aus den Töpfen des Förderprogramms Aktive Kernbereiche 250 000 Euro zugesprochen bekam.

Inzwischen hat der Umbau mächtig Fahrt aufgenommen, es wird Vieles in Eigenleistung geschafft, dazu kommen die Gewerke der Fachfirmen. Die alten Fenster hat man selbst ausgebaut, die neuen, auf Anweisung der Denkmalpflege in Holz gefertigten Exemplare sind schon fast komplett von Profis eingebaut.

Vorbereitungsarbeiten sind abgeschlossen

Ein Teil der Elektrik ist verlegt, als Nächstes kommen die Heizungsbauer, die nicht nur das Verlegen der Fußbodenheizung auf beiden Etagen auf dem Programm haben, sondern auch den Einbau der Sanitäranlagen. Die Vorbereitungsarbeiten haben Vereinsmitglieder erledigt, sagt Karahan. Die Fleißigsten seien zwei Senioren, die täglich auf der Baustelle anzutreffen seien. Die waren auch dabei, als im früheren Kneipenbereich eine Wand entfernt wurde und dabei zwei formschöne Metallsäulen zutage kamen. Sie stehen im künftigen Gebetsraum, sollen erhalten werden und wieder einen goldenen Anstrich erhalten.

Auch wenn es jetzt rund geht auf der Baustelle, den ursprünglich vorgesehenen Fertigstellungstermin für die Arbeiten am Backsteingebäude, den 30. Juni, werde man nicht schaffen. „Deswegen werden wir die Verlängerung der Förderung bis zum 31. Dezember bei der Stadt beantragen, sagt Karahan. „Die Eigenleistungen haben gedauert.“

Für den ersten Bauabschnitt, der gefördert wird, sind Kosten in Höhe von 690 000 Euro kalkuliert. In einem zweiten Schritt steht die Sanierung des Güterschuppens an. „Da machen wir erst mal nur die Optik.“, so Karahan. Im Übrigen freue man sich über Besucher auf der Baustelle: „Die Leute sind eingeladen, vorbeizuschauen und sich anzusehen, was läuft.“

Quelle: HNA

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