Grüezi Schweiz, ade Altmorschen: Pfarrer zieht in die Schweiz

+
Mitte September steht der Umzug an: Pfarrer Jörn Schlede mit Ehefrau Mareika und den Kindern Jonathan und Theresa sowie Hund Coco und Meerschweinchen Heidi.

Altmorschen. Dass Schledes Meerschweinchen Heidi heißt, könnte fast ein Omen sein, denn nun nach zwölf Jahren in Altmorschen zieht es Pfarrer Jörn Schlede samt Familie und Vierbeinern ins Heidiland.

Mitte September geht es nach Weesen am Walensee im Kanton St. Gallen. Dort übernimmt er die Pfarrstelle in Weesen-Amden und wird in der Zwingli-Kirche Gottesdienst halten.

Zum Umzug in die deutschsprachige Schweiz hat die ganze Familie ja gesagt, auch wenn der Abschied von Freunden und den Mitgliedern der Kirchengemeinde nicht ganz leicht fällt. Die Kinder Jonathan ( 13) und Theresa (8) sind schon in ihren Schulen angemeldet. Nach zwei Wochen Unterricht geht es gleich für drei Wochen in die Herbstferien. Theresa wird einen Schulweg von drei Minuten haben, Jonathan geht nur einmal über die Straße.

Zum Pfarrhaus gehört ein Garten. Das war Jörn und Mareika Schlede wichtig, denn auch in Altmorschen hat beiden die Gartenarbeit viel Freude bereitet.

Schäden am Pfarrhaus

Allerdings ist das hiesige Pfarrhaus in keinem guten Zustand. Dach und Keller müssen dringend in Ordnung gebracht werden. Das war mit ein Grund, sich für einen Ortswechsel zu entscheiden. Schledes Nachfolger - die Stelle ist ausgeschrieben - wird erst einmal nicht im Pfarrhaus Altmorschen wohnen können.

Jörn Schlede, der aus Altlüdersdorf nördlich von Berlin stammt und wie sein Vater Pfarrer werden wollte, kam nach der Grenzöffnung zum Studieren nach Göttingen, lernte seine Frau kennen, absolvierte bei Pfarrer Gerhard Peter in Melsungen sein zweijähriges Vikariat und übernahm dann die Pfarrstelle in Altmorschen. Dazu gehören auch Heina, Eubach und das Kloster Haydau.

Die Schweiz ist für den 40-Jährigen kein Neuland. „Sein Götti (Patenonkel) aus Zürich, der ihn in seiner Berufswahl unterstützte und ihn während des Studiums theologisch begleitete, mag das Seine dazu beigetragen haben“, heißt es auf der Internetseite der Kirchengemeinde Weesen-Amden. Der Götti allerdings ist kein Verwandter, sondern gehört einer befreundeten Familie an, erklärt Schlede.

Mehrere Bewerber

Die freie Stelle, die die Kirchengemeinde anzubieten hatte, hatte mehrere Pfarrer interessiert. Nach dem Bewerbungsgottesdienst und einem Vorstellungsgespräch war für den Kirchenvorstand die Sache klar. Bei Schledes fiel die Entscheidung, nachdem sie sich auch ihr neues Zuhause angeschaut hatten.

Sprachprobleme sind nicht zu befürchten. Schwiizerdütsch zu verstehen muss sein, es sprechen zu können nicht unbedingt. Die Schweizer würden das ohnehin merken. „Aber“, lacht Schlede, „unsere Kinder werden es uns beibringen.“

Für sechs Jahre hat ihn die Landeskirche Kurhessen Waldeck beurlaubt, mit der Option auf Verlängerung - falls Schlede dies möchte und sein hiesiger Bischof zustimmt. In der Schweiz ist Schlede Angestellter der Kirchengemeinde.

Mehr zum Thema in der gedruckten Ausgabe

Von Brigitte Müller-Neumann

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare