Stadt soll schöner werden

Altstadtfreunde Treysa wollen sich für alte Bausubstanz einsetzen

Vereinsgründung wird vorbereitet: Auf Initiative von Georg Schlamann (hinten, zweiter von rechts) treffen sich die Altstadtfreunde künftig im Haus der Familie von Gilsa in der Steingasse. Foto: Rose

Treysa. In Treysa hat sich eine Bürgerinitiative gegründet: Die Menschen, die mitwirken, haben sich jetzt dazu entschlossen, einen Verein zu gründen. Er soll "Altstadtfreunde Treysa" heißen.

Die Mitglieder wollen sich nicht nur um den Erhalt historischer Bausubstanz kümmern, sondern auch das Stadtbild verschönern und die Kultur fördern.

"Wir wollen Kontakt zu Hausbesitzern aufnehmen, deren Häuser verfallen", erklärte Schlamann. Man wolle versuchen, die Hausbesitzer zu einer Sanierung zu motivieren, Möglichkeiten der Förderung aufzeigen. Schlamann hat das Stadthaus der Familie von Gilsa in den vergangenen Jahren aufwendig saniert. Geplant sind auch Konzepte zur Nutzung leerstehender Ladenlokale: "Es könnten Kunstobjekte ausgestellt werden", schlug Tina Krause-Willenberg vor.

Die Ideen sind vielfältig: Bernd Raubert, Vorsitzender des Stadtgeschichtlichen Arbeitskreises, hat die Vision eines Altstadtcafés, das in einem der alten Fachwerkhäuser eingerichtet werden könnte. Auch das Märchenthema könne man weiter entwickeln, etwa in einem Kultur- und Märchenpfad. Das Thema Märche lasse viel Spielraum für Interpretationn und könne vielfältig aufgegriffen und verarbeitet werden.

Bernd Völker vom Arbeitskreis Festung lobte das Engagement und den Elan der Treysaer. Die Altstadtfreunde möchten künftig auch mit der Stadt zusammen arbeiten. Sie sind überzeugt: "Wenn die öffentliche Hand nichts tut, dann tut sich auch bei Privatleuten nichts." Als Beispiel für attraktive Altstädte nannten die Mitglieder Wanfried. Zuzüge seien auch verstärkt in der Region Kassel zu beobachten, erklärte Raubert: "Davon wollen wir profitieren. Was wir brauchen ist Reklame für das Wohnen in der Schwalm." Völker ist überzeugt: "Auch in Ziegenhain wäre das allein mit Bürgern nicht zu schaffen. Die Stadt müsste ein städtebauliches Konzept erarbeiten." Schlamann erklärte, dass man nicht nur auf Mängel, sondern auch auf gelungene Projekte als positive Beispiele hinweisen sollte. Etwa mit einer Plakataktion von gelungenen Sanierungen. Zudem könne eine Prioritätenliste erarbeitet werden, welche Gebäude in der Altstadt vor dem Verfall gerettet werden müssten. "Eigentümer müssten doch selbst an einer Sanierung interessiert sein, weil sonst auch Nebenhäuser stetig an Wert verlieren", sagte Schlamann, der künftig auch der Sprecher des Vereins sein wird. "Aber wir müssen eben auch Fördertöpfe finde, aus denen sich das eine oder andere Projekt realisieren lässt."

Aktuell ist eine Internetseite in Arbeit. Wer sich für die Arbeit des Vereins interessiert, ist zum nächsten Treffen am Freitag, 9. Mai, ab 19 Uhr, ins Stadthaus in die Steingasse 29 in Treysa eingeladen.

Quelle: HNA

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