Stimme für die Älteren

In Schwalmstadt wird ein Seniorenbeirat eingerichtet – Wahl am 28. Juni

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Projekt startete im Juli 2014: Der Seniorenbus Schwalmstadt, hier seinerzeit ein Teil der Fahrer mit (von links) Heinz Wagner, Karl Blumenauer, Horst Draschil und Adolf Lauscher. Aktuell gibt es zehn Fahrer, die sich bei den Touren abwechseln.

Treysa. Die Senioren sollen in Schwalmstadt wieder eine Stimme bekommen. Sie sollen sich aktiv einmischen, wenn es um Fragen zur Freizeitgestaltung, Mobilität, Versorgung und Barrierefreiheit geht.

Dafür haben die Stadtverordneten votiert. Mehrere Jahre ruhte die Arbeit.

Bürgermeister Stefan Pinhard und der Seniorenbeauftragte Nils Rampe haben die Einrichtung des Beirats in der Verwaltung vorbereitet, auch der Runde Tisch hat beraten und die Satzung mit auf den Weg gebracht – am 28. Juni findet in Treysa nun die sogenannte Versammlungswahl statt.

Der Seniorenbeirat ist eine selbstständige Interessenvertretung der Älteren – unabhängig, politisch neutral und konfessionell nicht gebunden. „Wir wünschen uns, dass Ältere Lust haben, ihre Heimatgemeinde mitzuentwickeln“, sagt Rampe.

Wahlberechtigt sind alle Schwalmstädter, die das 60. Lebensjahr vollendet haben, insgesamt 5500. Das ist mehr als ein Viertel der Einwohner Schwalmstadts.

Kandidaten gibt es bereits

Sie werden in den nächsten Wochen postalisch benachrichtigt und zur Wahl eingeladen. Laut Rampe haben sich bereits Kandidaten gefunden.

Gewählt werden die Vertreter für drei Jahre. Sie sollen sich einbringen bei Angeboten für die Freizeit, aber auch bei drängenden Themen wie dem seniorengerechten Wohnraum, Ausbau sozialer Beratungs- und Hilfsdienste und Gestaltung der stationären und ambulanten Pflege. Dem Vorsitzenden obliegt zudem Rederecht in den Beschlussgremien. Der Beirat wird vom Magistrat über relevante Themen informiert.

„Die Senioren wollen sich Gehör verschaffen – darauf muss sich die Bevölkerung einstellen“, sagt Bürgermeister Pinhard. Zwar gebe es Konstanten wie den Seniorentreff im Hospital und die Seniorennachmittage, jedoch seien die „neuen Alten“ fitter, aktiver und auch mobiler. „Es ist eine Herausforderung, dass sich alle Altersgruppen in der Stadt gut vertreten fühlen.“

Das Angebot für Senioren sei vielfältig, sind Pinhard und Rampe überzeugt: Letztlich auch durch die rege Beteiligung der Kirchengemeinden sowie Vereinen und Verbänden wie der Altenhilfe, dem Roten Kreuz und der Awo.

Allen Senioren müssten Gestaltungsmöglichkeiten erhalten bleiben, da könne man von anderen Kommunen lernen. Der „Schwalmstädter Weg“ sei aber allein aus der Seniorenarbeit der Stadt gewachsen, betont Nils Rampe.

Versammlungswahl

Die Versammlungswahl gilt als eine Form der Urwahl. Hierbei werden alle Wahlberechtigten öffentlich zu einer Versammlung eingeladen, auf der die Mitglieder und stellvertretenden Mitglieder der Seniorenvertretung gewählt werden. Der Vorteil ist, dass das Verfahren relativ preisgünstig und mit wenig Aufwand zu realisieren ist. Außerdem können sich die Kandidaten ihren Wählern noch einmal persönlich vorstellen.

Quelle: HNA

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