Stadt reagiert nach Unfall

Am Roten Rain in Melsungen gilt: Runter vom Rad

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Zu schmal für Radfahrer und Fußgänger: Stadt untersagt Radfahren am Roten Rain. Dort war es jüngst zu einem Unfall gekommen. Die Verbotsschilder besorgt die Stadt derzeit, sie werden in den kommenden Tagen aufgestellt.

Melsungen. Dumm gelaufen für Radler: Die Stadt Melsungen untersagt ab sofort das Radfahren am Roten Rain zwischen Obermelsungen und der St.-Georgs-Brücke.

Wer also künftig von Obermelsungen nach Melsungen – oder in die Gegenrichtung – möchte, muss dem Fernradweg R1 folgen, der an der Grasbahn vorbei und über die St.-Georgs-Brücke zur Promenade an der Zweipfenningsbrücke führt.

Diese Strecke ist für Radfahrer ausgeschildert (R1). Hintergrund des Magistratsbeschlusses ist ein neuerlicher Unfall. Vor wenigen Tagen war ein Radfahrer auf dem schmalen Fuß- und Radweg in den Rücken einer älteren Dame gefahren. Die Dame stürzte und zog sich laut Ehemann schwerere Verletzungen zu.

Der Radfahrer musste entgegen einer früheren Meldung nicht im Krankenhaus behandelt werden.

Sowohl das betroffene Ehepaar als auch die Freien Wähler wollten bei der Stadt erwirken, dass der Rote Rain wegen der schmalen Fahrbahn für Radfahrer gesperrt wird.

Die Freien Wähler wollten einen entsprechenden Antrag in der kommenden Sitzung der Stadtverordneten einbringen.

Umleitung: Radfahrer sollen über den R1 fahren, der über die St.-Georgs-Brücke führt.

Diesem Ansinnen kam der Magistrat jetzt zuvor. Am Mittwoch habe man sich darauf geeinigt, die Fußgänger besser zu schützen, sagt Markus Boucsein, Bürgermeister. Solche straßenverkehrsrechtlichen Anordnungen können Magistrat und Bürgermeister ohne das Parlament erlassen.

Auf dem gemeinsamen Rad- und Fußweg sei es häufig zu brenzligen Situationen gekommen. „Wir wollen die Radfahrer nicht aussperren, aber am Roten Rain muss ab sofort geschoben werden“, sagt Boucsein. Der Rote Rain wird als reiner Fußweg ausgeschildert, zusätzlich kommen Schilder „Radfahrer absteigen“. Der Rote Rain sei ein beliebter Spaziergehweg der Kernstadt, sonnig und flach. Er sei aber tatsächlich zu schmal, um einen regen Fußgänger- und Radfahrverkehr aufzunehmen, konstatiert Boucsein. Die offizielle Radfahrstrecke führt vom Hospital über die St.-Georgs-Brücke zur anderen Fuldaseite entlang des Radwegs 1.

Doppelsperren sollen nicht errichtet werden, „um den Zugang für Menschen mit Rollator und Kinderwagen nicht zu erschweren“, sagt Markus Boucsein. Kinder mit Kinderfahrrädern dürften natürlich auch künftig noch den Roten Rain entlang fahren, ergänzt der Bürgermeister.

Was halten sie vom Verbot? Diskutieren sie mit.

Quelle: HNA

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