Komponistin Viera Janárceková entwickelte während ihres Stipendiums ihre Musik

Andersartigkeit der Töne

Viera Janárceková in ihrem Element: Zwischen ihren Noten fühlt sich die Komponistin zu Hause und bringt die Klänge, die sie in sich trägt, zu Papier damit auch andere sie hören können. Foto: Thiery

Homberg. Eine Kritikerin schrieb einmal, bei Viera Janárceková öffne sich eine Tür zu neuer Musik auf konventionellen Instrumenten mit unkonventionellen Methoden. Die entwickelte die Komponistin aus dem Knüll in den vergangenen zwölf Monaten weiter. Sie lebte und arbeitete während eines Stipendiums im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia in Bamberg. Sie schwärmt: „Ich werde nun ganz anders wahrgenommen.“

Wenn Viera Janárceková in ihrem Garten steht, glaubt man nicht welche Töne in ihr sind. Es ist ein Gegensatz, die zierliche Frau, die so nah an der Natur lebt, zu sehen und dazu ihre Musik zu hören, die so ungewöhnlich und modern ist. Janárceková gilt als eine der führenden Komponistinnen der Neuen Musik.

„Die Schönheit liegt im Ohr des Hörers.“

Viera Janárceková

Mal donnern die Töne stark und fordernd aus dem Lautsprecher und vermischen sich dann zu zarten und hohen Konstruktionen, die wie vom Himmel herab zu fallen scheinen. „Die Menschen hören immer etwas anderes in meiner Musik. Die Schönheit liegt im Ohr des Hörers.“ Bei manchen Menschen entstünden während der Konzerte Bilder im Kopf, wie Wasserfälle oder Regentropfen oder auch das Quietschen einer Tür. „Meine Musik ist eine Herausforderung an die Offenheit, Weichheit und Sinnlichkeit“, sagt sie und streicht wie sanft durch die warme Sommerluft.

Das Internationale Künstlerhaus Villa Concordia unterstützt jedes Jahr zwölf internationale Künstler aus den Sparten Musik, Bildende Kunst und Literatur. Das Stipendium war für sie unverhofft gekommen. „Glücklicherweise wurde ich vorgeschlagen.“

„Die Ruhe auf der einen Seite und die Kontakte andererseits haben mich sehr inspiriert.“ Ein paar Pflichten gab es dennoch: Konzerte, Seminare und die Präsentation in der Öffentlichkeit gehörten dazu. Besonders genießt sie die Zusammenarbeit mit den Bamberger Symphonikern, die zu den besten Orchestern gehören.

Unabhängige Komponistin

Die spielten erstmals ihr Stück Torsion, das während des Stipendiums entstand. Im vergangenen Jahr habe sie sich noch einmal entwickelt. „Ich habe ganz andere Ohren bekommen“, sagt sie. Damit höre sie in sich hinein. Das bestätigte auch die Kritikerin: „Diese Komponistin ist eine völlig unabhängige Gestalt.“

Das Außergewöhnliche findet nun noch mehr Resonanz und so pendelt die 59-Jährige zwischen dem Knüll und dem oberfränkischen Bamberg, um die begonnene Arbeit weiterzuführen.

„Da gibt es so viele Möglichkeiten. Jetzt bin ich fast 60 Jahre und ernte die Früchte meiner Arbeit“, sagt die Komponistin.

Ein weiteres Projekt für die nächste Zeit ist ein Festival in Nürnberg, wofür sie im Auftrag ein Orgelstück komponiert. Darüber hinaus hat sie ein Akkordeonstück in Arbeit.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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