Häufig engagieren sich Ehrenamtliche 

Ferienbetreuung: Angebote variieren im Schwalm-Eder-Kreis stark

Schwalm-Eder. Am Freitag starten die Schüler in die Osterferien. Die Angebote für eine Ferienbetreuung unterscheiden sich im Schwalm-Eder-Kreis stark von Stadt zu Stadt.

Ein gesetzlicher Betreuungsanspruch für Kinder in den Schulferien besteht nicht. Viele Eltern im Schwalm-Eder-Kreis stehen mit Beginn der Osterferien vor der Frage: Wohin mit dem Nachwuchs? 13 Wochen Schulferien im Jahr müssen überbrückt werden, dafür reicht der Jahresurlaub der Eltern nicht aus. Betreuungsangebote decken meist nur einen Teil der Ferien ab – beispielsweise die ersten drei Sommerferienwochen und eine Oster- und Herbstferienwoche. 

Die Art der Ferienbetreuung variiert innerhalb des Landkreises stark: Mal springt die Stadt ein, mal kümmern sich Fördervereine der Grundschulen oder die Kindertagesstätten bieten eine Ferienbetreuung für Grundschüler. „Die Situation könnte besser sein. Die Eltern knapsen ganz schön“, sagt Anna-Maria Schölch, Mitglied im Kreiselternbeirat und Mutter von zwei Kindern. „Man ist verwöhnt vom Betreuungsangebot für Kindergartenkinder. Wenn die Kinder in die Schule kommen, fallen Eltern in ein Loch“, sagt sie. 

Häufig werde die Ferienbetreuung – ähnlich wie die Nachmittagsbetreuung – von Ehrenamtlichen organisiert. Aber: „Die Politik darf die Betreuung nicht auf dem Rücken der Eltern abladen“, fordert Jörg Proll, ebenfalls Mitglied im Kreiselternbeirat und Vater einer Tochter. „Die Ehrenamtlichen machen eine gute Arbeit“, sagt Proll. Aber aus seiner Sicht müsse der Staat mehr tun. 

„Wir haben im Landkreis ganz viele Modelle, es gibt nichts Einheitliches“, kritisiert er. Für die Eltern sei vor allem Verlässlichkeit wichtig, sagt Proll. Burkhard Schuldt, Leiter des Staatlichen Schulamtes, sieht die Kommunen in der Pflicht. Es sei deren Aufgabe, eine Betreuung zu organisieren. Eine schulische Aufgabe sei die Betreuung nicht. Die Verantwortung trügen die Kommunen.

Wir haben in einigen Kommunen im Landkreis nachgefragt

Schwalmstadt

Das Kinderhaus Rappelkiste (Elterninitiative) bietet zehn Ferienbetreuungsplätze für Grundschüler an. Laut der Leiterin Marion Mietzner werden die erste bis dritte Sommerferienwoche, die kompletten Herbst- und Osterferien sowie ein Teil der Weihnachtsferien abgedeckt. 

Betreut werden die Kinder maximal von 7 bis 17 Uhr, je nach Betreuungsdauer zahlen die Eltern dafür 50 bis 60 Euro pro Woche plus Essensbeitrag. Die Grundschulen in Schwalmstadt – die Brüder-Grimm-Schule in Allendorf und die Eckhard-Vonholdt-Schule in Treysa bieten keine eigene Betreuung ihrer Schüler an, sagt Tina George von der Eckhard-Vonholdt-Schule.

Gudensberg

In Gudensberg wird die Ferienbetreuung von der Stadt organisiert. Die Grundschule Kolkiland und die Grundschule Obervorschütz bieten keine eigenen Betreuungsangebote an. Laut Sascha Ryffel von der Stadtverwaltung werden in den ersten drei Sommerferienwochen 50 Plätze angeboten, in der ersten Oster- und der ersten Herbstferienwoche je 25 Plätze. Das reiche aus, um die Nachfrage zu decken. Betreuungszeiten: 7.15 bis 16.30 Uhr. Kosten: 54 bis 75 Euro/ Woche je nach Betreuungsdauer plus Essensbeitrag.

Fritzlar

Die beiden Grundschulen in den Fritzlarer Stadtteilen Obermöllrich und Züschen bieten nach Angaben von Volker Feige von der Stadtverwaltung eine Ferienbetreuung an. An der Grundschule An den Türmen in der Fritzlarer Kernstadt gebe es kein Betreuungsangebot, man sei aber in Gesprächen, um das zu ändern.

Die Regenbogenschule Lohne/ Züschen bietet in Ferien Angebote an: In der ersten Osterferienwoche, drei Wochen der Sommerferien, eine Woche der Herbstferien sowie die zweite Woche der Weihnachtsferien. Zeiten: Täglich von 8 bis 15 Uhr. Kosten: sechs Euro am Tag für Fördervereinsmitglieder und acht Euro für auswärtige Kinder. „In den Sommerferien richten wir uns nach den Zeiten der Kindergärten“, sagt Kirsten Hujer, Leiterin der Grundschule.

Homberg

In Homberg wird die Ferienbetreuung von der Stadt und den Grundschulen geregelt und findet in diesem Jahr in der Kita Holzhäuserfeld statt. Schüler der Grundschulen Osterbach und Stellberg sowie Kindergartenkinder haben die Möglichkeit, in den letzten drei Wochen der Sommerferien eine Betreuung zu besuchen. In Oster- Herbst- und Winterferien findet keine Betreuung statt. Zeiten im Sommer: Von 7.30 bis 12.30 Uhr (45 Euro/ Woche) und 7.30 Uhr bis 16 Uhr (65 Euro/ pro Woche), inklusive Mittagessen, das drei Euro pro Tag kostet.

Felsberg

In Felsberg wird die Ferienbetreuung von der Stadt und dem Mehrgenerationenhaus und Familienzentrum Felsberg, dem Familienhaus Neuenbrunslar und dem Verein Kifas organisiert. Abgedeckt werden die 1. bis 3. Woche und die 5. und 6. Woche der Sommerferien – laut Kirsten Elm von der Stadtverwaltung hat die Erfahrung gezeigt, dass die 4. Ferienwoche von den Eltern nicht nachgefragt wird. „Wir richten uns nach dem Bedarf“, sagt sie. Betreuungszeiten: 7.30 bis 14 Uhr, Kosten 55 Euro/Woche. Sie geht von etwa 50 Teilnehmern aus. In den Oster- und Herbstferien gibt es keine Betreuung.

Melsungen

Der Verein Schule Plus organisiert die Ferienbetreuung für die Grundschule am Schloth und die Christian-Bitter-Schule. In Röhrenfurth kümmern sich Kinderverein und Schule Plus um die Betreuung. Dieser schließe sich dem Verein Schule Plus und dessen Angebot an, erklärt Andrea Freudenstein, Vorsitzende des Kindervereins. 

Die Betreuung wird angeboten in den Osterferien, den ersten drei Wochen der Sommerferien und beiden Wochen der Herbstferien, sagt Katrin Muche, Rektorin an der Schule am Schloth in Melsungen und Leiterin von Schule Plus. Betreuungszeiten: Zwischen 7.15 Uhr und 15 Uhr. Eltern könnten ihre Kinder nicht nur für ganze Wochen anmelden, sondern auch für einzelne Tage, erklärt sie. Kosten pro Tag: 6 Euro, plus 3,40 Euro für das Mittagessen. Die Zahl der Kinder ist auf 50 festgelegt.

Quelle: HNA

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