Seltene Tierart steht Windrädern im Knüll entgegen

Ein Angriff der Mopsfledermaus

Schwarzenborn. Die Schwarzenbörner ärgern sich. Im Gegensatz zu vielen anderen hätten sie gerne weitere Windkraftanlagen vor der Haustür – und genau da, wo es windig ist: auf dem Knüllköpfchen. Dem macht jetzt allerdings die Mopsfledermaus einen Strich durch die Rechnung.

Weil sie angeblich besonders selten vorkommt, gilt die Empfehlung, um ihre Siedlungen für potenzielle Windkraftanlagen eine Tabuzone mit einem Radius von fünf Kilometern einzuhalten.

Das bescheinigt offenbar zumindest der Entwurf des Teilregionalplans Energie Nordhessen. Das Papier sieht das bisherige Windvorranggebiet mit der Bezeichnung HR-036 auf den Gemarkungen der beiden Städte Schwarzenborn und Neukirchen nicht mehr vor.

Genau das empört den Schwarzenbörner Magistrat, und das Gremium widerspricht dem vehement. Man ist der Auffassung, dass es nicht sein kann, dass das einmalige Auffinden einer Mopsfledermaus zu einem solchen Sperrgebiet führe. Im warmen Juli vergangenen Jahres habe man eine Wochenstube der – gar nicht mehr so seltenen – Fledermausart in der Rinde einer abgestorbenen Fichte gefunden, sagt Bürgermeister Jürgen Kaufmann.

Den Magistrat befremdet die Inkonsequenz im Umgang mit dem Naturschutz. Denn zum einen führe das einmalige Vorkommen zu einer Sperrzone für künftige Windräder, zum anderen würden die bisherigen fünf Anlagen weiterhin geduldet. Eine habe sogar noch aufgerüstet werden können.

Aus Sicht des Magistrats ist das nicht hinnehmbar, „da das unsere Entwicklungs- und Einnahmemöglichkeiten und somit letztendlich unsere kommunale Selbstverwaltung in unerträglichem Maße einschränkt“. Bürgermeister Jürgen Kaufmann empört sich über ein Ungleichgewicht: Schwarzenborn habe den Naturschutz sicherzustellen, bekomme aber keine Ausgleichsleistung dafür. „Wir sind einfach unglücklich, wie mit uns umgegangen wird.“

In Schwarzenborn wird die vorherige Ausweisung des Windvorranggebietes gefordert, da diese Variante „insbesondere die Erhaltungsziele der für das Vogelschutzgebiet Knüll relevanten Arten vor allem den Rotmilan – berücksichtigt“. • Eine Resolution wollen die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Donnerstag, 11. Dezember, ab 19 Uhr im Gasthof Efzegrund in Grebenhagen verabschieden.

Von Sylke Grede

Quelle: HNA

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