Tag der Multiplen Sklerose am Mittwoch in der Hephata-Klinik – Vortrag zur Autoimmun-Erkrankung

Angriff auf das Nervensystem

Vertrauensvolles Verhältnis: B. Schmidt (links) kommt seit 1990 als Patient in die Hephata-Klinik. Dr. Bernd Schade ist einer der betreuenden Ärzte. Foto: privat

Schwalmstadt. Zum Tag der Multiplen Sklerose lädt für den morgigen Mittwoch, 7. November, die Hephata-Klinik ein. In einem Vortrag sind ab 17 Uhr „Blasen- und Sexualitätsfunktionsstörungen bei MS“ das Schwerpunktthema im Vortragsraum der Klinik (Schimmelpfengstraße 6) in Treysa, Referent ist Dr. Dieter Pöhlau.

Ein beispielhafter Patient ist B. Schmidt, der 21 Jahre alt war, als er die Diagnose bekam. Die Sehstörungen, die ihn immer mal heimsuchten, der Schwindel, das Taubheitsgefühl in den Füßen, dafür gab es einen Namen: Multiple Sklerose (MS). Heute ist B. Schmidt 48 Jahre alt. Beim Tag der Multiplen Sklerose in der Hephata-Klinik wird er im Zuhörerraum sitzen.

Harte Diagnose

„Ich war am Boden, als ich die Diagnose bekommen habe“, erinnert sich B. Schmidt. Er war frisch verheiratet, seine Frau schwanger. Sein Beruf als Maler und Lackierer rückte in unerreichbare Ferne, mit 22 Jahren wurde B. Schmidt Frührentner.

„Wenn sie mit Anfang 20 so was gesagt bekommen, ist es ein Schock. Mein Leben ist dann aber ganz anders gelaufen, als ich es befürchtet hatte“, sagt der 48-Jährige heute. Siechtum und Leiden, das verbinden viele Menschen mit MS. „Heute ist die Lebenserwartung von MS-Patienten nur geringfügig reduziert. Und nur eine relativ kleine Gruppe ist dauerhaft auf den Rollstuhl angewiesen“, sagt Dr. Bernd Schade, Facharzt für Neurologie und Oberarzt der Hephata-Klinik.

Auch zur Aufklärung und Information soll der „Tag der Multiplen Sklerose“ mit Vortrag und Gesprächen dienen. „Wir können die MS zwar nicht heilen, aber wir können den Verlauf medikamentös verlangsamen“, sagt Schade.

Jahre vergingen

Bis die Therapie bei B. Schmidt beginnen konnte, vergingen zwischen ersten Symptomen und Diagnose zwei Jahre. Keine Seltenheit. „Häufig fängt die Krankheit mit Symptomen an, die alles bedeuten können“, weiß Schade. Eine Untersuchung des Nervenwassers und eine Kernspintomographie (MRT) bringen dann Gewissheit. „Die MS wird auch als das Chamäleon der neurologischen Krankheiten bezeichnet“, sagt Schade. Jeder kann andere Symptome haben, jeder Verlauf ist anders.

Die Hephata-Klinik behandelt 120 MS-Patienten im Jahr, stationär und ambulant. Neben der Diagnosestellung und Therapie bietet sie auch eine kostenlose MS-Sprechstunde an. Dort beraten Dr. Schade, eine speziell geschulte MS-Krankenschwester sowie eine Sozialarbeiterin bei medizinischen, sozialen und arbeitsrechtlichen Aspekten der Krankheit. (red)

Information: Dr. Bernd Schade, 0 66 91/18 20 02, bernd.schade@hephata.com

Quelle: HNA

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