Angst vor Ebola

Melsunger Reise nach Burkina Faso fällt aus

Eine Gruppe Waisenkinder in Koudougou: Über 400 Kinder und Jugendliche werden durch Paten unterstützt. Die diesjährige Reise nach Burkina Faso muss aber ausfallen. Foto: Privat

Melsungen. Die für Anfang 2015 geplante Reise nach Koudougou, Melsungens Partnerstadt im westafrikanischen Burkina Faso, fällt aus. Der Grund: Die Furcht vor dem Ebolavirus.

„Wir haben uns entschlossen, die Fahrt wegen der Ebola-Epidemie abzusagen“, teilten jetzt Christiane Heinecke-Porstmann und Alexander Schmidt vom Team Koudougou mit. Zwar gebe es noch keinen gemeldeten Fall in Burkina Faso, dennoch habe man sich zur Absage der „Jedermann-Reise“ entschieden.

„Man kann einfach nicht abschätzen, wie sich die Epidemie vor Ort entwickelt“, sagte Alexander Schmidt. Die 20 Mitfahrer seien inzwischen informiert worden. Dabei waren die Flüge schon gebucht. „Das ist natürlich sehr schade“, sagte Schmidt.

„Man kann nicht abschätzen, wie sich die Epidemie vor Ort entwickelt“

Laut Medienberichten ist die Zahl der registrierten Ebola-Toten in Westafrika auf beinahe 2300 Menschen gestiegen. In Liberia, Guinea und Sierra Leone breitet sich der Virus, der unter anderem Fieber hervorruft, laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weiter aus.

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Das Gesundheitsministerium in Burkina Faso bereite sich aber auf mögliche Ebola-Fälle vor, sagte Christiane Heinecke-Porstmann vom Team Koudougou. Es seien Quarantäneräume eingerichtet worden. Zudem sei die Jagd auf Flughunde, die im Verdacht stehen, den Virus zu übertragen, verboten worden. Sie werden nämlich in der Jagdsaison auch verzehrt, sagte Alexander Schmidt.

Schmidt und Heinecke-Porstmann überlegen, trotzdem Anfang nächsten Jahres in die Partnerstadt zu fliegen, um die Patenkinder, von denen viele insbesondere aus Melsungen unterstützt werden, zu besuchen.

Dort überprüfen die beiden auch, ob das Geld der Paten richtig verwendet wird. Bildung stehe dabei im Vordergrund, sagte Heinecke-Porstmann. Bei vielen der Patenkinder handele es sich auch um Jugendliche.

Kontakt:

christiane.porstmann@gmx.de

Aktuell gibt es Patenschaften für über 400 Menschen in Koudougou, derStadt, die seit 2011 auch amtlich als Melsungens Partnerstadt gilt. Seit über 20 Jahren pflegen die beiden Städte aber schon freundschaftliche Beziehungen.

Der Verein sucht wieder Personen, die eine Patenschaft übernehmen. Einige Engagierte seien aufgrund ihres Alters ausgeschieden. „Wir suchen nach drei bis fünf Paten“, sagt Heinecke-Porstmann. Am besten sogar noch bis Ende Oktober. Die Paten zahlen im Jahr 170 Euro. Das Geld wird für die Kinder und Jugendlichen verwendet.

Von Max Holscher

Quelle: HNA

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