Protest der Gewerbetreibenden fegte Café-Pläne am Rewe-Markt vom Tisch

Angst vor dem Niedergang

Strittig: Im Rewe-Markt sollte ein Café mit insgesamt 90 Plätzen eingerichtet werden. Nach Protesten der Gewerbetreibenden haben Investor und die Gemeinde Bad Zwesten darauf verzichtet. Foto: Schmitt

Bad Zwesten. Ein Proteststurm fegte durch Bad Zwesten und am Ende war der Plan, das jetzige Steh-Café am Rewe-Markt deutlich zu erweitern, hinfällig. Es waren die Gewerbetreibenden, die um die Zukunft des Ortskerns der Kurgemeinde fürchteten. Ihr Widerspruch führte zum Umdenken im Rathaus.

Auch der Investor hat nach Angaben von Bürgermeister Michael Köhler inzwischen seine Pläne aufgegeben. Nun soll auf Köhlers Vorschlag hin auch der Gemeindevorstand von den Plänen abrücken. In der Parlamentssitzung am Donnerstag soll das Projekt nicht mehr diskutiert werden.

Ein Café im Markt

Das geplante Café stand von Beginn an unter keinem guten Stern. Eigentlich hatten die Gemeindevertreter schon in der Juli-Sitzung die Änderung des Bebauungsplans beschließen sollen: Das Sondergebiet Einkauf zwischen Kasseler Straße und Chaumont Allee sollte künftig ein Mischgebiet sein. Die Begründung: Der Betreiber des Rewe-Marktes und der Bäckerei wollten dort ein Café bauen. Es sollte 50 Plätze im Innen- und 40 im Außenbereich haben. Dazu kämen Sanitäreinrichtungen für Gäste und Personal. Doch zur Abstimmung war es damals wegen der fortgeschrittenen Zeit nicht mehr gekommen.

Die Caféhaus-Pläne passten den Gewerbetreibenden im Ortskern überhaupt nicht. In einem zweiseitigen Brief an Bürgermeister Köhler machen sie ihrem Ärger Luft. Kernpunkt ihrer Kritik: Mit dem Bau des Cafés am Ortseingang drohe dem Gewerbe im Dorf der Niedergang. „Ein weiteres Konsumzentrum außerhalb des alten Ortskerns ist nicht erstrebenswert. Bad Zwesten braucht ein stabiles Zentrum“, heißt es in dem Schreiben, das 32 Gewerbetreibende, Dienstleister und Vermieter unterzeichnet haben.

Leere Geschäfte und Schwierigkeiten bei der Neuvermietung zeigten die bestehenden Probleme, den Dorfkern lebendig und attraktiv zu halten. Den Gästestrom zu teilen, hielten die Kaufleute nicht für sinnvoll.

Vor allem aber: Jeder Händler oder Gewerbetreibende könnte sich nach der Umwandlung in ein Mischgebiet in dem Bereich niederlassen. Köhler forderten sie auf, sich für einen vitalen Ortskern, eine hohe Lebensqualität einzusetzen und den Bebauungsplan nicht zu ändern.

Dabei sprechen sie sich nicht gegen Neuansiedlungen aus. Die aber sollten im Bad Zwestener Zentrum erfolgen, um den Einwohnern, den Kurgästen und den Käufern aus dem Umland ein attraktives Angebot unterbreiten zu können. Das Fazit der Kaufleute: „Konkurrenz belebt das Geschäft, aber nicht auf der grünen Wiese.“ WEITERE ARTIKEL

Von Rainer Schmitt

Quelle: HNA

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