Die Angst ist das Problem

Erneut Info-Abend wegen Sexualstraftäter – Er hält sich an Auflagen

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Lösungsansätze: Stephan Bürger (links) berichtete, dass Rechtsextreme versuchen, von der Situation zu profitieren und welche Kampagnen es im Internet gibt. Er hat mit allen Steinwaldschülern ab Klasse sieben gesprochen. Rechts vorn Bürgermeister Olbrich.

Neukirchen. Der entlassene Sexualstraftäter, der im Sommer von Oberaula-Wahlshausen in die Kernstadt Neukirchen umgezogen war, hält sich an an alle Auflagen und zeigt keinerlei Auffälligkeiten. Das ist die Summe der Erkenntnisse, die Polizei und Justiz haben.

Um diese unveränderte Sachlage ging es beim zweiten Informationsabend zu dem Thema am Donnerstagabend. Eltern bohrten eindringlich nach, ob sie ihre Kinder in der Nachbarschaft der Wohnung von N. spielen lassen können und wie sie mit ihnen über die Situation sprechen sollen.

Zum Schluss bekam Polizeisprecher Reinhard Giesa sogar von vielen der etwa 80 Zuhörer Applaus. Er führte aus, dass auf Kinder und Jugendliche heute im Internet und in der realen Welt weit drastischere Gefahren lauern, als sie von Hans N. ausgehen.

Auf dem Podium Klaus Weisenfeld (forensische Ambulanz Haina), Dirk Stippich (Polizeichef Schwalm-Eder) und Dr. Christoph Ullrich (Landgerichtspräsident Marburg) sagten wiederholt, dass von dem Mann keine absehbare Gefahr ausgehe. Solange er sich an seine zahlreichen Auflagen halte, könne er nicht inhaftiert werden und auch ein Wohnheimplatz komme für den mittellosen N. nicht in Betracht. Immer wieder betonten alle drei, dass ihre Kontrollen und Kontakte engmaschig stattfänden und es überdies eine Reihe durchaus vergleichbarer Fälle mit dem gleichen behördlichen Kontrollmanagement in der Nähe gebe - nur seien diese eben anonym geblieben.

Im Laufe des über zweistündigen Abends wurde deutlich, dass die grassierende Angst im Kneippheilbad das derzeit größte Problem ist. Um die Überwindung von Hilflosigkeit und Überreaktion in den Familien ging es schließlich mehr, als um die die Lebensbedingungen von N., der, so Polizeichef Stippich, weder ein Kind ansprechen noch anfallen werde, sondern der „seine Ruhe haben will“.

Von Anne Quehl

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Quelle: HNA

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