Behindertenbeauftragter befürchtet gravierende Auswirkungen

Angst vor der Schließung der Kreisklinik

Weiter im Fokus: Die Schließung der Geburtsstation der Kreisklinik Wolfhagen sorgt für Ängste beim Behindertenbeauftragten der Stadt, Wolfgang Hensel. Er befürchtet, dass mittelfristig eine komplette Schließung droht. Foto: Ulbrich

Wolfhagen. Über 2800 Menschen in Wolfhagen haben einen Grad der Behinderung. Damit machen Menschen mit Behinderungen mehr als 20 Prozent der gesamten Stadt-Bevölkerung aus.

Und genau um diesen großen Personenkreis sorgt sich der Behindertenbeauftragte der Stadt, Wolfgang Hensel. Denn der 67-Jährige befürchtet, dass das Aus für die Geburtsstation nur der erste Schritt hin zur kompletten Schließung der Kreisklinik sein könnte.

„Und das wäre eine ziemliche Katastrophe“, sagt Hensel. Es scheine, dass trotz der nicht geplanten Schließung Wolfhagens die gleiche Vorgehensweise praktiziert werde wie im Fall Helmarshausen, sagt der 67-Jährige. Er sehe eine große Gefahr der Schließung, da die Gesundheit Nordhessen Holding machen könne, was sie wolle.

Hensel verweist darauf, dass von einer Schließung etwa 6000 Menschen mit Behinderungen im gesamten Altkreis betroffen wären. Dabei gibt es auch noch eine große Anzahl von Menschen mit psychischen Erkrankungen, die regelmäßig zu Routinebehandlungen oder -untersuchungen in die Kreisklinik müssten. Hensel stellt sich die Frage, was die betroffenen Menschen im Falle eines Aus für die Kreisklinik machen sollen.

Denn für Menschen mit Behinderung, ganz gleich welcher Art, sei es ein großes Problem, wenn sie aus ihren gewohnten und oft lange eingeübten Lebensabläufen herausgerissen würden. Sei dies der Fall, entstehe für die Betroffenen häufig sehr schnell „ein großer Druck“. Weiterhin sagt Hensel, dass man nicht vergessen dürfte, dass neben den Menschen mit Behinderungen auch viele Senioren ab dem 70. Lebensjahr Behinderten gleichgestellt seien, ganz gleich aus welchem Grund. Auch diesen Personenkreis würde eine komplette Schließung hart treffen.

Er sei zwar ein positiv denkender Mensch, aber nachdem er die Gespräche mit der GNH und dem Kreis verfolgt habe, mache er sich schon so seine Gedanken. Er hofft aber, dass die Menschen in Wolfhagen und Umgebung anders reagieren, als im Fall Helmarshausen. Er ruft dazu auf, die Online-Petition auf Facebook zu teilen und vor allem an der Demonstration gegen die Schließung der Geburtshilfe am 10. Januar in Wolfhagen teilzunehmen. Für Behinderte können Fahrgemeinschaften über ihn organisiert werden.

Kontakt: 05692/995345

Quelle: HNA

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