Anlieger des Starweges in Wichte haben Kanal auf eigene Kosten untersuchen lassen

Mit der Kamera in den Kanal: Mit einem Spezialgerät wie diesem wurde das Abwasserrohr im Starweg untersucht.

Wichte. Muss der Starweg in Wichte aufgerissen werden, damit ein neuer Kanal für häusliche Abwässer gelegt werden kann? Die Gemeinde sagt ja und hat im Haushalt 400.000 Euro dafür, für eine neue Wasserleitung und die Erneuerung der Straße vorgesehen.

Die Anlieger sagen nein, es gehe auch mit einem preiswerteren Verfahren, ohne dass die Straße aufgerissen, neu asphaltiert und zu 90 Prozent bezahlt werden muss.

Auf eigene Kosten, für 1270 Euro, haben sieben Anwohner mit Häusern und drei Grundstückseigentümer den Kanal per Videokamera untersuchen lassen, berichtet Anlieger Erwin Döhne. Dabei habe sich gezeigt, dass der 1975 gelegte Kanal nur leichte Schäden aufweise. Und die könnten per Liner-Verfahren repariert werden, berichtet Döhne. Bei dieser Technik wird ein Kunstoffschlauch von innen gegen das Kanalrohr gepresst. Die Kosten dafür: weniger als 10.000 Euro. Die Straße bliebe intakt.

Neben den Arbeiten im Starweg planen Bürgermeister Herbert Wohlgemuth und ein Ingenieurbüro auch, die Ver- und Entsorgung des Wichter Dorfgemeinschaftshauses neu verlegen zu lassen, sagt Döhne. Seit 35 Jahren lägen die Kanäle vom DGH und die Wasserleitung dorthin in seinem Grundstück, und das habe problemlos funktioniert. „Den Kanal habe ich vor kurzem auf eigene Kosten mit einer Kamera untersuchen lassen. Der ist absolut in Ordnung“, sagt er. Und gegen einen entsprechenden Grundbucheintrag habe er nichts einzuwenden.

Ein weiterer Punkt, in dem die Anlieger und die Gemeindeverwaltung uneins sind, ist die Wasserleitung, eine acht Zentimeter starke Kunstoffleitung. Laut Feuerwehr und Gemeindebrandinspektor Volker Limpert sei die Wasserversorgung ausreichend. Döhne: „Kostengünstigere Lösungen, um für einen Brand noch mehr Sicherheit zu schaffen, sind noch gar nicht geprüft.“

Auch das Argument der Gemeinde, der Kanal müsse tiefer liegen, sei für die Starweg-Anlieger nicht nachvollziehbar. Laut Döhne gelte dies nur für einen Kanal-Neubau.

So hat er es in einem Antrag formuliert, den er als Mitglied der FDP-Fraktion im Morschener Parlament stellt. Döhne: Die angespannte Haushaltslage von Morschen ließe sich durch die zu erwartende Einsparung wohl deutlich entschärfen.

In dem Antrag weist Erwin Döhne auch darauf hin, dass den Anliegern und dem Ortsbeirat bei einer Versammlung Anfang März Bilder einer Video-Befahrung des Kanals gezeigt wurden, „die eindeutig nicht dem Schmutzwasser oder Regenwasserkanal unter dem Starweg zuzuordnen waren“. (bmn)

Quelle: HNA

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