Anna Elisabeth und Karl Jäckel haben heute vor 60 Jahren geheiratet

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Diamantenes Ehepaar: Anna Elisabeth und Karl Jäckel im Esszimmer ihres Hauses.

Schrecksbach. Der Laden in der Wassergasse in Schrecksbach, nicht weit von der Kirche, war lange Zeit ihr Leben.

Doch ihre drei Kinder schickten sie lieber in die Schule und ließen sie lernen und studieren. Heute, am Tag ihrer Diamantenen Hochzeit, schauen die Eheleute Jäckel zufrieden zurück, auch wenn die Gesundheit, insbesondere bei Anna Elisabeth, die an Parkinson leidet, zu wünschen übrig lässt.

Doch gerade erst haben beide eine schwere Grippeerkrankung überstanden und freuen sich auf das Fest zu ihrem Ehrentag am Samstag.

Karl Jäckel, Jahrgang 1933, war, wie einst üblich, nach der achten Klasse konfirmiert worden und damit „aus der Schule gekommen“. 1948, noch vor der Währungsreform, war das. Selbstverständlich wurde er Lehrling im elterlichen Lebensmittelgeschäft, danach sammelte er ein halbes Jahr Berufserfahrung in einem Schwarzenbörner Betrieb, bevor er endgültig ins heimische Geschäft einstieg, denn die Mutter war früh gestorben.

Vier Lebensmittelläden gab es damals in Schrecksbach, später sogar sieben. Die Menschen mussten öfter einkaufen gehen, bevor es Kühltruhen und sterile Verpackungen gab, aber natürlich nur das, was Garten und Stall nicht hergaben. Und natürlich stand mit dem Moment der Heirat auch Anna Elisabeth hinterm Ladentresen, Selbstbedienung gab es noch nicht.

Sie stammt aus Riebelsdorf, durch eine verwitwete Tante in Schrecksbach hatten sich die jungen Leute kennengelernt, wo Anna Elisabeth sich nützlich machte. Bis zur Hochzeit 1955 war sie dann in Neukirchen im Hause Malermeister Orth in Stellung, wie man damals sagte. Mit 17 Jahren hatte sie die Schwälmer Tracht abgelegt.

Anfangs stand die junge Frau mit im Geschäft, später allein. Zwischendurch galt es daheim zu kochen, zu putzen, zu nähen und den Garten zu bestellen, der sich dort befand, wo 1977 ihr neues Wohnhaus entstand.

„Unser Geschäft wurde ein richtiges kleines Warenhaus, wir hatten alles, auch Drogerieartikel, Eisenwaren und Textilien.“ Geschäftszeiten waren eigentlich immer, auch abends, am Sonntag und sogar an Heilig Abend kamen die Kunden, das durfte man nicht so eng sehen. Nur eines mochte Anna Elisabeth Jäckel nicht, die Buchführung, die erledigte ihr Mann.

Karl Jäckel kam in jenen Jahren durch Zufall an seinen zweiten Beruf: Für das Amt für Landschaft und Landentwicklung (Marburg) arbeitete er 18 Jahre lang in der Flurbereinigung. Meistens war er im Aufmaß der Gemarkung im Knüll eingesetzt.

1987 war Feierabend, wurde das Geschäft aufgegeben. Nun waren die Jäckels abkömmlich, nahmen begeistert an vielen der Schrecksbächer Senioren-Flugreisen teil. Zehn Mal hoben sie ab, gen Mallorca, den Kanaren, Griechenland und vielen anderen Traumzielen.

Davon wird man zum Ehejubiläum erzählen können, wenn alle zusammen kommen, auch der Schweizer Zweig der Familie.

Quelle: HNA

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