Ansichten von Django Asül vor seinem Auftritt in Wolfhagen

Hat seine ganz eigene Sicht der Dinge: Am kommenden Samstag stellt der bayerische Kabarettist Django Asül sein neues Programm im Wolfhager Kulturladen vor. Foto: privat/nh

Wolfhagen. Er isst Kiwis, weil sie ihm schmecken. Nicht, weil sie zur Gruppe des Obstes zählen. Und er ist sich sicher, sie würden ihm auch schmecken, wenn sie Gemüse wären. Django Asül mag das Schubladendenken nicht.

Insbesondere dann nicht, wenn es um die Frage geht, ob er nun Comedy oder Kabarett macht.

Für ihn geht es nur um eins: „Gefällt es dem Publikum, oder nicht?“ Ob den Wolfhagern sein neues Programm Paradigma gefällt, dass wird der Bayer mit türkischen Wurzeln am Samstagabend im Kulturladen erfahren. Ein Auftritt, auf den er sich besonders freut, wie er im Interview mit unserer Zeitung verraten hat.

Freuen Sie sich schon auf Ihren Auftritt in Wolfhagen?

Django Asül: Metropolen wie Wolfhagen sind natürlich echte Highlights. Wolfhagen ist ja im Prinzip das Monte Carlo von Nordhessen. Wer in Korbach oder Kassel was auf sich hält, hat eine Zweitvilla in Wolfhagen.

Sie scheinen sich noch gut an Wolfhagen zu erinnern, wo Sie vor einigen Jahren schon einmal im Kulturzelt zu Gast waren?

Asül: Ich erinnere mich selbstverständlich an alles. Von den Hügelgräbern im Stadtwald bis zur Pommern-Kaserne. Wolfhagen lässt einen einfach nicht mehr los. Zurecht übrigens.

Der Kulturladen zählt eher zu den kleinen, feinen Locations. Sind Sie gern so nah dran an Ihrem Publikum?

Asül: Selbst in großen Stadthallen bin ich nah dran, weil auch dort die erste Reihe nicht weit weg ist und ich immer ganz vorne am Bühnenrand stehe. Und es ist meine Aufgabe, Nähe herzustellen. Lokale und regionale Bezüge gehören selbstverständlich dazu. Jeder Auftritt muss im wahrsten Sinne des Wortes einzigartig sein, sonst kann ich ja gleich eine DVD hinschicken, wenn ich nur mein Programm abspule.

Was hat Sie auf die Bühne getrieben?

Asül: Die Freude auf etwas ganz Neues. Direkt nach Abschluss der Banklehre wollte ich mal ausprobieren, ob ich es schaffe, mit mehr oder weniger intelligenten Texten Leute zu unterhalten. Und nach so vielen Jahren auf der Bühne bin ich zur Einsicht gelangt: Es könnte klappen.

Und hätte es nicht geklappt, was würden Sie dann tun?

Asül: Wahrscheinlich wäre ich irgendwo im Marketing oder Vertrieb von Audi oder Adidas gelandet. Oder vielleicht Journalist. Dann hätte ich in Interviews Leute gefragt, was sie wohl machen würden, wenn sie nicht das machen, was sie gerade machen. Diese Frage ist nämlich immer spannend, wenn auch die Antwort sehr hypothetisch ausfällt.

Spannenden Stoff liefern Ihnen ja auch unsere Damen und Herren Politiker immer wieder. Gibt es von denen eigentlich auch mal Feedback?

Asül: Ich kenne viele Politiker persönlich, da kriegt man schon Feedback. Neulich erst habe ich eine Rede beim Gelben Engel vom ADAC gehalten, die auch im Internet zu sehen ist. Da war Verkehrsminister Ramsauer da. Und er sagte mir vorher schon: Ich bin wieder mal nur gekommen, um dir zuzuhören. Speziell zu den bayerischen Spitzenleuten wie Horst Seehofer oder Christian Ude besteht schon ein guter bis sehr guter Draht. Und bei meiner Maibockrede im Münchner Hofbräuhaus ist Finanzminister Söder jedes Jahr mein Vorredner.

Dieses Jahr sind Bundestagswahlen. Ein Festjahr für Kabarettisten?

Asül: Sagen wir mal so: Die Gefahr, dass Politiker in Wahlkampfzeiten weniger in purem Aktionismus aufgehen, besteht nur marginal. Dementsprechend bauen sie sich dann besonders viele Fettnäpfchen und platzieren sie auch sehr gut. Peer Steinbrück ist ja ein Großmeister darin.

Ihr neues Programm haben Sie Paradigma getauft, ein sehr dehnbares Themengebiet. Auf was dürfen sich die Wolfhager einstellen?

Asül: Auf ein hochaktuelles Programm, was sich mit der Frage beschäftigt: Müssen wir unsere Sicht auf die Dinge ändern, oder ändern die Dinge unsere Sicht? Sind wir genug für andere da und für uns selber? Und ist die EU nun eine Art Caritas für Europa oder doch eher ein Zombie, der mal ein Kontinent war? Und da ich jetzt Deutscher geworden bin, geht es auch um die Frage: Wie sehe ich jetzt die Dinge und wie sieht mein Umfeld mich, seit ich kein Türke mehr bin?

Info: Django Asül tritt am Samstag, 20 Uhr, im Kulturladen (Triangelstraße) auf. Kartenvorverkauf in der HNA-Geschäftsstelle Wolfhagen, der Buchhandlung Mander, in Fuchsens Café und im Kulturbüro.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare