Anstalt mit Profil: Neues Gebäude zur Sicherungsverwahrung soll Standort sichern

+
Gefängnisansicht vom Wallgraben aus: Anlieger protestieren gegen den geplanten Neubau Sicherungsverwahrung.  

Ziegenhain. „Kritiker sollten sich bei den Planungen zum Gebäude Sicherungsverwahrung in den gestalterischen Prozess mit einbringen.“ So lautet eine Empfehlung der Bediensteten des Ziegenhainer Gefängnisses.

Personalratsvorsitzender Mario Wagner und sein Stellvertreter Hans-Joachim Habich nahmen im Gespräch mit der HNA Stellung zu Protesten von Wallgraben-Anwohnern. Mit direktem Blick auf äußerst gefährliche Verbrecher fürchten Anlieger zum einen um ihre Sicherheit, zum anderen stört sie die Aussicht auf einen „Klotz“ in unmittelbarer Nachbarschaft (wir berichteten).

Mehr zu diesem Thema finden Sie im Regiowiki.

Sollte der Neubau nicht gebaut werden, so hätte das fatale Folgen für die Region, ist sich der Personalrat sicher. Die beiden Justizvollzugsbeamten gehen davon aus, dass die letzte große Behörde der alten Behördenstadt Ziegenhain sicherlich spätestens 2018 zur Disposition stehen wird. Dann nämlich steht eine umfassende Sanierung, insbesondere der alten Gebäudeteile der JVA an. Als zentraler Punkt für Hessens Sicherungsverwahrung bekäme die Anstalt ein zusätzliches Profil. Das bedeute Sicherheit für den Standort JVA Schwalmstadt. Ausdrücklich weisen die beiden Personalräte auf die Bedeutung der JVA als Arbeitgeber hin. Aktuell arbeiten 200 Menschen in der JVA, mit der erweiterten Abteilung Sicherungsverwahrung entstehen mindestens 45 weitere Arbeitsplätze.

600 Menschen

Indirekt abhängig vom Gefängnisbetrieb sind nach Berechnungen von Wagner und Habich mindestens 600 Menschen. Hinzu kämen dienstleistende Betriebe aus der Region, die als Lieferanten und Handwerker von der JVA profitieren.

Als nicht akzeptabel empfinden die beiden Personalräte die Idee, das Gebäude auf der grünen Wiese zu errichten. Dann werden unter anderem eine eigenständige Verwaltung, Küche und Pforte benötigt, stellen Wagner und Habich klar. Sie sehen folgende Konsequenz: Die Kosten um eine Abteilung Sicherungsverwahrung wäre um ein Vielfaches höher.

Das Wort „Schandfleck“ wollen die Justizvollzugsbeamten im Zusammenhang mit dem Gefängnisneubau nicht gelten lassen. Detaillierte Pläne seien bis jetzt noch gar nicht bekannt. Wagner geht davon aus, dass nichts unversucht gelassen werde, das neue Gebäude und die Mauer harmonisch in die Festungsanlage zu integrieren.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare