Straßen aus der Zeit um Christi Geburt

Hobbyarchäologen entdecken antike Fernstraßen am Dörnberg

+
Mehr als 2000 Jahre später: Über diesen Feldweg führte einst eine der antiken Fernstraßen über den Dörnberg, auf der Reisende mit Pferde- und Ochsenfuhrwerken unterwegs waren. Im Hintergrund blickt man auf Fürstenwald. Vorn Dominik und Dagmar Scholz mit ihren Pferden sowie Klaus Fröhlich (rechts).

Zierenberg. Über den Hohen Dörnberg sollen in der Zeit vor Christi Geburt zwei antike Fernstraßen geführt haben, die vom heutigen Ruhrgebiet bis nach Leipzig und von Hamburg bis München führten.

Diese sensationelle Entdeckung haben Hobbyarchäologen um den ehemaligen Landrat Dr. Udo Schlitzberger aus Fürstenwald und Klaus Fröhlich aus Dörnberg gemacht.

Bereits vor drei Jahren hatten Funde und Ausgrabungen am Dörnberg ergeben, dass dort eine Metropole der Eisenzeit existiert hat, die von einem wohlhabenden Fürst regiert wurde. „Wir haben daraufhin weiter geforscht und alte Karten gewälzt, weil wir schon vermuteten, dass auch eine wichtige Handelsstraße über den Dörnberg geführt haben muss“, erzählt Fröhlich.

Kurclip: Heimatforscher Klaus Fröhlich über die antiken Fernstraßen

Bei einer Wanderung vom Dörnberg nach Fürstenwald entdeckte die Gruppe jetzt im Wald die Reste ehemaliger Hohlwege. Diese tiefen Bodeneinbuchtungen entstanden durch Pferde- und Ochsenfuhrwerke. Bis 600 Jahre nach Christi Geburt wanderten die Menschen über Höhenwege, um Flüsse und Bäche in den Tälern zu umgehen. Danach hatten Müller dafür gesorgt, dass diese begradigt wurden. So konnten die Hobby-Archäologen die Nutzung der Dörnberg-Straßen eingrenzen.

Mit Hilfe des Marburger Archivs wurde der Verlauf der uralten Straßen, deren Existenz bis in die Steinzeit zurückreichen dürfte, rekonstruiert. Als weitere Orientierung dienten Hügelgräber und Ringwälle am Rande des Weges. „Wir sind mittlerweile sicher, dass römische Heere die Handelsstraße benutzt haben“, erklärt Fröhlich. Auch die Armeen, die bei der Varusschlacht im Teutoburger Wald kämpften, sollen über den Dörnberg angerückt sein. Die Hobbyarchäologen wollen nun zusammen mit Profis die Geschichte weiter erforschen.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare