Während der Bauarbeiten

Niederurffer fordern, das Tempo auf Umleitungsstrecke zu senken

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50 statt 70: Das sollte auf dem Schild stehen, meinen Helmut Bischof, Jörg Stamm, Dirk Höhle und Peter Lutz (von links). Sie sind sauer über die Verhältnisse an der Straße von Niederurff zur B3, die jetzt als Umleitungsstrecke dient.

Niederurff. Ausgefahrene Bankette und tiefe Rillen am Straßenrand: So sieht das Straßenbild der Kreisstraße zur B3 aus, die nach Niederurff führt. Sie dient zurzeit als Umleitung, weil die Straße an der Heilquelle saniert wird.

Für viele Niederurffer ist die Strecke zurzeit zu gefährlich. Dort gab es vor ein paar Wochen sogar einen tödlichen Unfall. "Gerade in der Kurve ist es zu eng und unübersichtlich", sagt Ortsvorsteher Dirk Höhle. "Wir verlangen ein Tempolimit von 50 Stundenkilometern", unterstützen ihn die Niederurffer Jörg Stamm, Helmut Bischof und Peter Lutz. Jetzt haben sie sich gemeinsam mit der Gemeinde an Hessens Verkehrsminister Florian Rentsch gewandt.

Die Männer wollen die Geschwindigkeitsbegrenzung im Kurvenbereich noch vor dem Winter durchsetzen. "Wenn erst der richtige Schnee kommt, kann es noch schlimmer werden", befürchten sie. Ihrer Meinung nach ist die Straße zu eng für das erhöhte Verkehrsaufkommen mit dem Schwerlastverkehr und für die Umleitung nicht geeignet. Sie maßen nur fünf Meter Fahrbahnbreite, die Polizei allerdings 5,50 Meter von Pfosten zu Pfosten.

Um zu demonstrieren, wie eng die Verhältnisse sind, fuhren sie mit zwei entgegenkommenden Traktoren die Strecke ab. Einer davon musste stark auf das Feld ausweichen, damit beide aneinander vorbei kommen konnten.

In den vergangenen Wochen haben die Niederurffer immer wieder beobachtet, dass es zu Behinderungen kommt. "Viele fahren viel zu schnell in die Kurve, das ist gefährlich", sagen sie.

Sie haben inzwischen einiges in die Wege geleitet und angestoßen, damit sich die Verhältnisse ändern. Die zuständigen Behörden hätten jedoch auch nach vielen Anrufen nicht reagiert. Das Anliegen ging auch an die Gemeinde, die sich darum kümmerte. Vom Kreis kam keine Reaktion, auch nicht von Hessen Mobil, ebenso wenig vom Regierungspräsidium. Sogar eine Verkehrszählung habe es gegeben, das Ergebnis ist den Niederurffern aber nicht bekannt.

Die Vollsperrung an der Heilquelle soll zwar noch vor Weihnachten aufgehoben werden. Aber das sei noch längst nicht das Ende, sagen die Beschwerdeführer.

Falls es in den nächsten Wochen einen Wintereinbruch gebe, könnte die Sperrung auch länger anhalten. Zudem gehe der Bau der Straße im nächsten Jahr weiter, und viele würden dann trotz Teilsperrung weiter die Umleitung über die B3 nutzen.

Bürgermeister Michael Köhler berichtete über umfangreiche Kontakte mit Hessen Mobil, die bislang keine Ergebnisse gebracht hätten. Er warnt vor allem vor dem Begegnungsverkehr der Schulbusse in der engen Kurve. Die Straße sei für den Schwerverkehr zu kurvenreich und eng.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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