Anwohner kritisieren Lkw-Fahrten am Tunnelbau bei Zierenberg

Noch rollen die Bahnen und Züge durch den alten Tunnel: Ab Oktober beginnen die eigentlichen Arbeiten am neuen Tunnel, ab Ende 2018 soll die neue Strecke dann genutzt werden. Archivfoto:  Renner

Zierenberg. Auf welche Deponien der Aushub vom Tunnel gebracht wird, steht jetzt fest. Ebenso, welche Strecken die Baustellen-Lkw fahren sollen.

Vertreter von Kurhessenbahn, DB Netze und der Baufirma BeMo Tunnelling informierten am Mittwochabend rund 100 Interessierte über neue Entwicklungen - und mussten Kritik einstecken.

Neue Infos 

Endgültig klar ist jetzt, auf welche Deponien die Ausbruchmasse gebracht wird. Die Lkw werden Gudensberg und Lügde (NRW) ansteuern, sagte Uwe Kneißl, Leiter der Abteilung Tunnelbau bei DB Netze. Die Igelsburg im Habichtswald ist vom Tisch.

Auch die Streckenführung für die Baustellen-Laster steht jetzt. Die Fahrzeuge werden über einen Einbahnstraßen-Ringverkehr geführt, das wurde mit Hessen Mobil abgestimmt. Dies gelte aber wirklich nur für die Baustellenfahrzeuge, sagte Kneißl. Ausnahme: An der Horkenhäuser Mühle ist entgegen der früheren Planung jetzt ein Begegnungsverkehr vorgesehen. Nach wie vor sollen auch Lkw durch die Gemeinde Habichtswald fahren.

Ob tatsächlich mit Sprengstoff gearbeitet wird, stellt sich erst im Oktober heraus, sagte Martin Fischer, Bauleiter von BeMo. Die Erschütterungen würden nicht groß sein.

Die Zahl der Lkw-Fahrten hat sich verringert: Statt mit 10.000 Fahrten in 17 Monaten wird jetzt mit 7500 Fahrten in zwölf Monaten gerechnet.

Kritik 

Informierten über die Arbeiten: (von links) Bauleiter Martin Fischer, Hans-Martin König, Leiter Infrastruktur Kurhessenbahn und Uwe Kneißl, Leiter Tunnelbau bei DB Netze. Foto:  Renner

Einige Zuhörer kritisierten, dass sich die Lkw-Fahrer nicht an das vorgesehene Konzept halten und durch Zierenberg fahren. „Allein heute waren es zwölf bis 13“, sagte ein aufgebrachter Mann. „Dann müssen wir nachbessern“, sagte Hans-Martin König, Leiter der Infrastrukturplanung der Kurhessenbahn. Die Fahrer hätten klare Anweisungen. Man wolle auf Wünsche Rücksicht nehmen, sagte er.

Wenn der Tunnelbau im Oktober beginnt, wird rund um die Uhr gearbeitet. Dass es sehr laut durch Lkw und hell durch Scheinwerfer werden könnte, befürchten mehrere Anwohner vom Schreckenberg. Man sei bemüht, niemanden zu belästigen, sagte Fischer. Sollte dies geschehen, rät er, solle man sich gleich melden. „Es wird nicht ohne Beeinträchtigungen gehen. Das haben wir nie bestritten“, sagte Hans-Martin König.

Den vollständigen Bericht lesen Sie am Freitag in der gedruckten Ausgabe der Wolfhager Allgemeinen.

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Quelle: HNA

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