Fünftklässler der Gesamtschule Melsungen beschäftigten sich einen Tag lang mit Obst

Vom Apfel zum Saft

Er zeigt, wie es geht: Hubert Weber mit den Schülern Ajla (von links), Arne, Gamze und Pascal an der Saftpresse. Foto: Slawik

Melsungen. Ungewöhnliche Szenen spielen sich auf dem Schulhof der Gesamtschule Melsungen ab: Schüler rühren mit langen Holzstäben in großen Bottichen, werfen Äpfel in einen Häcksler und wühlen mit bloßen Händen in einer bräunlich-grünen Masse.

Am Apfeltag, der einmal im Jahr von der Melsunger Gesamtschule für alle Schüler der 5. Klasse organisiert wird, lernen die Kinder unter anderem, wie Apfelsaft hergestellt wird. „Der Apfeltag hat sich bei uns als Ritual etabliert“, sagt Förderstufenleiterin Gabi Nadler.

Bereits im Vorfeld hätten sich die Kinder auf das beliebte Obst eingestimmt. In Deutsch seien Gedichte und Geschichten rund um den Apfel gelesen worden, und in Ernährungslehre sei der Apfel als Nahrungsmittel behandelt worden, so Nadler. „Und das Soziale kommt auch nicht zu kurz“, ergänzt Gabi Nadler. Denn um an den Saft der Äpfel zu kommen, ist Teamwork gefragt.

So sind zwei Klassen bereits am Morgen losgezogen, um auf einer Wiese des Naturschutzbundes (Nabu) Fallobst aufzusammeln. In großen Säcken werden die Äpfel von Autos der Stadt Melsungen zur Schule gebracht, wo sie dann von den Schülern zu Saft verarbeitet werden.

Hier zeigt sich erst bei näherer Betrachtung: Das scheinbare Chaos auf dem Schulhof hat System. Paula ist gerade dabei, eine große Wanne mit Wasser zu füllen, während ihre Freundin Antonia sorgsam Äpfel hineinlegt. Die beiden Fünftklässlerinnen sind dafür zuständig, dass das Obst sauber wird. „Später soll ja kein Dreck im Saft sein“, sagt Paula.

Anschließend werden die Äpfel von einer Maschine kleingehäckselt und kommen als Maische in die Saftpresse. Hier zeigt Hubert Weber gerade Pascal, Ajla, Arne und Gamze das Pressverfahren. Als Mitglieder des Nabu beteiligten sich die beiden Rentner Hubert Weber und Heinrich Kirschner am Apfeltag und zeigten den Kindern als Routiniers, wie es geht. „Ich habe das noch nie gemacht, aber irgendwie macht es sogar Spaß“, sagt die zehnjährige Ajla.

Der frische Apfelsaft kam schließlich ein Stockwerk weiter oben an. Dort hatten die Fünftklässler passend zum Thema ein Apfelkuchenbuffet aufgebaut. „Das ist ja der reine Apfelsaft“, freuten sich Noah und Tom. „Der schmeckt auf jeden Fall viel besser als der gekaufte!“, waren sich die beiden Zehnjährigen einig.

Von Till Slawik

Quelle: HNA

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