Pat Appleton: Sanft und kraftvoll, magisch und rockig

Fritzlar. Dezent und chic gekleidet stand sie auf der Bühne des Scala-Varietés in Fritzlar: Pat Appleton, eine Sängerin, deren reife Stimme mal sanft und verführerisch dahinfloss, mal kraftvoll und rockig aus einem beeindruckenden Mundwerk ins Publikum strahlte.

Eine souveräne Frontfrau, die locker und entspannt auftrat und mit Gesang überzeugte, von dem man schwärmen kann. Vier Klasse-Musiker an Keyboard, Gitarre, Bass und Schlagzeug begleiteten die Sängerin, umgaben den Gesangsstar mit einem einfühlsamen, transparenten Klanggewebe. Hin und wieder war der Sound aber auch schonungslos laut.

Soul, Rock und Jazz

So entstand eine vielfältige, ausdrucksvolle Musik zwischen Soul und Rock, verknüpft mit Elementen aus Latin und Jazz. Bestens geeignet für Zuhörer, die erwachsen sind und Pop-Musik dennoch lieben.

Da wurde nichts gecovert, nichts imitiert. Pat Appleton sang kleine, selbst geschriebene, authentische Erzählungen. Das machte sie sympathisch, und damit befand sie sich im Handumdrehen mittendrin in den Herzen der Zuhörer.

Unter die Haut

„Mittendrin“, so heißt auch ihr neuestes Album, aus dem sie ihre deutschsprachigen Songs im ersten Teil des Konzerts vortrug. Jazzrockartig der Einstieg und die Erinnerungen an Paris mit „Weißmehl“. Weich und warm der Sound und ein Timbre, das unter die Haut ging, als sie gestand: „Ich genieße diese Zeit … in Geborgenheit“.

Wie ein Bekenntnis kam der Chanson „Laue Suppe“ daher: „Ich brauch jemand, der zu mir steht. Der in der Brandung, wie ein Baum mit mir durchs Wasser geht“. Man hörte humorvolle, ironische Texte über Erlebnisse und ihr Innenleben. Die Texterin blickt auf ein bewegtes Leben.

Nach acht Liedern dann die Pause und die Frage: Was gibt es als Nächstes? Natürlich acht Songs aus ihrem ersten Album „What´s next?“. Eine melancholische Melodie, die von weit her zu kommen schien und magisch kreiste. Echos, die in der Ferne verhallten.

In dem wundervollen „Homeland“ legte Pat Appleton ihre afrikanischen Wurzeln frei. Mit den Stücken „What´s next?“, „Cloudness“ und „Männer ohne Pferd“ wurde die Gangart rauer. Stampfende Bässe, klirrende Gitarrenriffs, ein vorwärts drängendes Schlagzeug und elektronische Klänge des Keyboards setzten Akzente, gegen die Pat Appleton ankämpfte.

Ein vielgestaltiges Konzert ging nach zweieinhalb Stunden mit langem Applaus, stehenden Zuhörern, zustimmenden Pfiffen und Rufen und zwei Zugaben zu Ende.

Quelle: HNA

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