Bernd Helmbold führt seit 25 Jahren ein Inkassounternehmen in Riebelsdorf – Die Schuldner tauchen gern unter

Arbeiten wie ein Detektiv auf dem Land

Herr der Zahlungen: Bernd Helmbold leitet das Neukirchener Inkassounternehmen. Seine Kunden beauftragen ihn, das Geld säumiger Schuldner einzutreiben. Foto: Schittelkopp

Neukirchen. Die ein oder andere Anekdote kann Bernd Helmbold schon erzählen: Der Röllshäuser führt seit 25 Jahren ein Inkassounternehmen in Riebelsdorf. Er und sein Partner Lothar Fenner treiben für ihre Kunden die Zahlungen der Schuldner ein.

An ein Erlebnis erinnert sich Bernd Helmbold noch ganz genau: „Eine Frau machte uns im Morgenmantel die Tür auf“, berichtete der 57-Jährige. Daraufhin folgten die beiden Männer ihr in die Küche, um eine Anzahlung der Schulden entgegenzunehmen.

„Am nächsten Tag stand ihr Mann vor der Tür und drohte uns mit einer Anzeige“, sagte Bernd Helmbold. Er wollte das Geld zurück, ansonsten wollte er die Geldeintreiber wegen Belästigung seiner Frau anzeigen. „Nerven braucht man schon, doch Angst hatte ich noch nie“, fügte der Inkassounternehmer an. Aus Sicherheitsgründen allerdings fahren die Männer immer zu zweit zu Terminen bei Schuldnern. In Großstädten würden die Inkassounternehmer schon mal mit einer Waffe bedroht: „Bei uns auf dem Land ist es ruhiger.“

Die Zwei-Mann-Firma Hessen Inkasso Debita arbeitet für 200 Firmen in der Region, Helmbold und Fenner sind im Umkreis von 150 Kilometern auf der Suche nach Schuldnern. „Ein wenig Detektivarbeit ist immer dabei“, sagte der geprüfte Inkassounternehmer. Seien es Öllieferanten, Fitnessstudios oder Autohäuser – waren Mahnbescheide nicht erfolgreich, wenden sich die Firmen an das Riebelsdorfer Inkassounternehmen. „Wir schreiben die Leute zuerst an. 98 Prozent reagieren darauf nicht“, weiß Helmbold aus Erfahrung.

„Nerven braucht man schon, doch Angst hatte ich noch nie.“

Bernd Helmbold

Danach klemmen sich die beiden Männer ans Telefon und fahren direkt zu den Leuten nach Hause.

„Manche sind bereits abgetaucht“, erzählte der Röllshäuser. Dann ist der Spürsinn der Männer gefragt, Nachbarn zählen zu den ersten Ansprechpartnern, wenn ein Säumiger sich dünn gemacht hat.

Nicht immer zeigen sich die Schuldner einsichtig, doch nicht selten verbergen sich Schicksale hinter den Zahlungsverzögerungen. Die Geldeintreiber kommen den Schuldnern entgegen: Von niemandem werde eine Rate von 400 Euro verlangt, die Schulden könnten in kleinen Beträgen abgestottert werden.

Dass diese Raten regelmäßig eingehen, darauf haben die Inkassounternehmer ein Auge. Zu den Aufgaben von Bernd Helmbold und Lothar Fenner zählen: Ermittlungsarbeit, Mahnverfahren, Zwangsvollstreckung und eben auch Überwachung.

Ältere Frau wartet immer

Einige Schuldner kennt Helmbold seit Jahren: „Eine ältere Frau wartet quasi schon, bis wir kommen“, berichtete er.

Vor 25 Jahren startete das Büro Hessen Inkasso Debita noch in der Wohnung eines Kollegen, damals gehörte die Firma einem Inkassounternehmen aus Bad Hersfeld an. Nach ein paar Monaten zog das Team in die Räume in der Ziegenhainer Straße in Riebelsdorf. „Es ist nach wie vor mein Traumjob“, sagt Helmbold. Diesen Monat feiert das Unternehmen groß Jubiläum. www.hessen-inkasso.de

Von Claudia Schittelkopp

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare