Schüler der Elisabeth-Selbert-Schule machten drei Wochen lang Praktika

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Macht sich gut als Glücksbringer: Niklas Kesper schaute Schornsteinfegermeister Thomas Swoboda über die Schulter.

Zierenberg. Die Osterferien hatten einige Schüler der Elisabeth-Selbert-Schule diesmal besonders nötig, denn sie schnupperten erstmals Arbeitsluft. Frühjahr ist Praktikumszeit an der Zierenberger Gesamtschule: erste Berufserfahrungen sammeln, ausprobieren, was einem im späteren Leben liegen könnte.

Ob Büro oder Einzelhandel, Kindergarten oder Apotheke - Möglichkeiten gibt es viele, und dafür müssen die Schüler nicht einmal weit fahren. Auch in Zierenberg bieten sich attraktive Berufschancen.

So wissen viele beispielsweise nicht, dass sich mit Catherine Nail Collection am Ortsausgang Richtung Oberelsungen ein Unternehmen befindet, das in der internationalen Beautybranche aktiv ist. Auch die 14-jährige Ida Kuschel war überrascht, als sie ihr Praktikum in der Grafikabteilung antrat. „Ich hätte nicht gedacht, dass es hier so viele Abteilungen gibt, die sich Tag für Tag austauschen müssen.“ Die Selbert-Schülerin war hautnah dabei, wenn Etiketten für neue Produkte entworfen, Fotos für Kampagnen geschossen und Werbetafeln für Promi-Events gestaltet wurden, bei denen das Zierenberger Unternehmen für die Nägel der Superstars verantwortlich ist. Eine aufregende Zeit für die Praktikantin, die vielleicht selbst in ein paar Jahren als Mediengestalterin arbeiten wird. Aber zuerst möchte sie ihren Abschluss an der Elisabeth-Selbert-Schule und im Anschluss wahrscheinlich das Abitur machen.

So plant auch Philip Schweinsberg, Idas 14-jähriger Mitschüler, der nur wenige Meter entfernt in der KFZ-Werkstatt von Thomas Pfeiffer drei Wochen lang an Autos schraubte, Reifen wechselte und half, Fahrzeuge fit für den Sommer zu machen. „Ich hätte nicht gedacht, wie anstrengend die Arbeit sein kann“, gesteht er. Froh, diese Erfahrung gemacht zu haben, ist er dennoch: „Praktika halte ich für sehr wichtig, um neben dem Schulalltag auch einmal etwas anderes kennenzulernen.“

Viel Neues erlebt hat auch Niklas Kesper. Während seines Praktikums blickte er Schornsteinfegermeister Thomas Swoboda über die Schulter. „Ich musste sogar mit aufs Dach, das war ganz schön beängstigend, am liebsten wäre ich gleich wieder runter geklettert.“

Glücklicherweise hatte Swoboda noch andere Aufgaben für ihn: „Niklas war ebenso bei der Überwachung und Emissionsmessung an Feuerungsanlagen wie auch bei Kundengesprächen und energetischen Beratungen dabei. Er hat die ganze Bandbreite unserer Arbeit kennengelernt.“ Längst zum hochtechnologisierten Handwerk geworden, erfordert es laut Swoboda zudem von jedem Einzelnen die Bereitschaft zur selbstständigen Weiterbildung.

Ob der Job nach der Schule etwas für ihn sein könnte, weiß Niklas Kesper noch nicht. Vorstellen könnte er es sich, „wenn doch bloß die Dächer nicht wären“. (zhf)

Quelle: HNA

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