Verein Arbeit und Bildung bietet mehrere Projekte für Langzeitarbeitslose an

Arbeiten an Lokomotiven

Hilfe für den Verein: Auf dem Gelände der Eisenbahnfreunde in Treysa arbeiten Langzeitsarbeitslose an Loks und Waggons. Foto: privat

Schwalm. An drei Standorten in Treysa betreibt der Marburger Verein Arbeit und Bildung unterschiedliche Projekte. Seit Februar 2011 beschäftigt das Vereinsprojekt „Neue Arbeit Schwalm“ zehn Menschen auf dem Gelände der Eisenbahnfreunde Schwalm Knüll. Rund um das Stellwerk restaurieren Langzeitarbeitslose alte Loks und Waggons.

Vom Projekt profitieren beide Seiten, heißt es in einer Pressemitteilung: Menschen ohne Arbeit finden Struktur, Rhythmus und den Rückhalt einer Gruppe. Für den Verein der Eisenbahnfreunde, der sich nur über Mitgliedsbeiträge und die Einnahmen aus Sonderfahrten finanziert, wäre die Arbeit ohne diese Mitarbeit nicht zu schultern.

In der Schreinerwerkstatt in der Steingasse 36 schulen Fachleute Langzeitarbeitslose und Arbeitssuchende im Tischlerhandwerk. In der Werkstatt des Vereins werden zum Beispiel Möbel restauriert, Nistkästen hergestellt und Außenbänke gebaut.

Das Ziel des Projektes: Die Teilnehmer sollen schließlich einen Arbeitsplatz in einem Handwerksbetrieb finden. Auch das Projekt „Tag(t)raum“ in der Steingasse 48 gehört zum Verein. Es soll gleich drei Grundbedürfnisse befriedigen: Kommunikation, Nahrung und Bildung.

Dieser Treffpunkt bietet von Montag bis Freitag eine frisch gekochte warme Mahlzeit zu erschwinglichen Preisen an, beziehungsweise kann man bei äußerst preiswerten Getränken und kleinen Snacks ins Gespräch kommen. Eine weitere Offerte ist die sogenannte „Buchauswilderungsstation“, eine Bücherei mit über 3000 Büchern, die man sowohl ausleihen, aber auch tauschen oder abgeben kann.

Schwerpunkt des Vereins ist die Beratung und pädagogische Betreuung. „Gerade für Menschen mit besonderen sozialen Problemen werden hier neue berufliche Perspektiven geschaffen“, erklärt Rüdiger Harz-Bornwasser, Abteilungsleiter der Neuen Arbeit Schwalm. Über 40 Prozent der Teilnehmer fänden später einen Job.

Der Verein Arbeit und Bildung wurde 1986 mit Hauptsitz in Marburg gegründet. Er ist in den Landkreisen Marburg-Biedenkopf, Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg aktiv. Der Verein unterstützt Jugendliche, Erwachsene, Menschen mit Behinderung und Flüchtlinge bei der Eingliederung in die Arbeitswelt. Er bietet unter anderem Arbeitsplätze, gemeinnützige Beschäftigungen, Ausbildungsstellen, Berufsvorbereitungskurse, Fort- und Weiterbildungen, Arbeitsvermittlungen, Integrationsdienste, Schulabschlüsse und Schuldnerberatung.

Die Projekte werden vom Jobcenter, der Arbeitsagentur und der Europäischen Union gefördert. (jkö)

Quelle: HNA

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