Arbeitsagentur in Korbach bald für ganz Schwalm-Eder zuständig

Schwalm-Eder. Für den Schwalm-Eder-Kreis werden voraussichtlich bald nicht mehr zwei Arbeitsagenturen (Kassel und Marburg), sondern nur noch eine zuständig sein. Sie wird ihren Sitz wahrscheinlich in Korbach haben, wo es bereits eine solche Dienststelle gibt.

Die Entscheidung über den Standort sei noch nicht gefallen, sagte Gerhard Gatzweiler, der Geschäftsführer des Jobcenters Schwalm-Eder, gegenüber der HNA. Da Korbach aber bereits eine funktionierende Arbeitsagentur habe, seien die Bedingungen dort gut.

„Bei Reformen gibt es meist Gewinner und Verlierer. Hier könnte es einmal anders sein“, kommentierte Landrat Frank-Martin Neupärtl die Pläne. Er fordere seit seinem Amtsantritt, dass die unsägliche Aufteilung des Landkreises auf zwei Arbeitsagenturen beendet wird. Bei gleichen Lebensumständen sei es im Rahmen des Ermessungsspielraums gelegentlich zu unterschiedlichen Entscheidungen durch die Agenturen gekommen. Das sei nicht akzeptabel, meinte Neupärtl. Künftig werde man bei zwei ähnlich strukturierten Flächenkreisen auf Augenhöhe zusammenarbeiten. Wichtig sei, dass sich für Arbeitslose und Menschen, die Sozialleistungen beziehen, nichts ändere, sagte Neupärtl. Die vier Geschäftsstellen in Melsungen, Fritzlar, Homberg und Schwalmstadt blieben erhalten. Dort könnten weiter alle Anträge gestellt werden. I

n den Geschäftsstellen sind unter einem Dach Aufgaben des früheren Arbeitsamtes und des früheren Sozialamtes zusammengefasst. Das sind beispielsweise die Arbeitsvermittlung, die Förderung von Langzzeitarbeitslosen sowie die Vergabe von Sozialleistungen. Der Hauptsitz der Arbeitsagentur werde in Korbach bleiben, einige Fachbereiche aber im Schwalm-Eder-Kreis angesiedelt, so der Landrat. Der Verwaltungsrat der Bundesanstalt für Arbeit werde Ende September eine Entscheidung über den Zuschnitt der Gebiete treffen, kündigte Gatzweiler an. Ab 2012 solle die Neuordnung der Gebietsgrenzen in Kraft treten. Für die Kunden werde sich nichts ändern, Veränderungen erwartet Gatzweiler aber für die Verwaltung.

In einem zweiten Teil der Reform sollen Aufgaben gebündelt werden. Die Berechnung von Arbeitslosengeld I und die Bewilligung von Arbeitnehmerzuschüssen beispielsweise könnten an einem Standort erfolgen. Wahrscheinlich werde auch die Zahl der Mitarbeiter weiter sinken. Die Bundesanstalt für Arbeit wolle bis zu 17.000 Stellen abbauen und auf den personellen Stand von vor der Krise kommen.

In diesem Jahr hatte das Jobcenter Schwalm-Eder bereits 27 Stellen abgebaut. Die Arbeitsagentur und die Jobcenter hätten ihr Personal in Krisenzeiten aufgestockt. Da die Zahl der Arbeitslosen – auch durch eine gute Vermittlungsarbeit – zurückgegangen sei, würden auch weniger Leute benötigt. Dass sich die Finanzierung der Jobcenter allein an der Zahl zu betreuenden Arbeitslosen ausrichte, sei nicht nachvollziehbar. (hro)

Quelle: HNA

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