Abschluss der Renovierungsarbeiten

Arbeitskreis Ortsgeschichte ist der Geschichte Morschens auf der Spur

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Der Arbeitskreis bezieht das Dachgschoss des Gebäudes Schröder/Blackert. Oben ist das Haus in den 1950er-Jahren zu sehen.

Morschen. „Ortsgeschichte ist nicht nur das, was im Staatsarchiv im Marburg liegt“, sagt Otto Wohlgemuth. „Vieles liegt auch noch hier vor Ort.“

Diese verborgenen, unerkannten Schätze zu heben und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, das haben sich die Mitglieder des Arbeitskreises Ortsgeschichte zur Aufgabe gemacht.

Was bisher fehlte, war eine zentrale Sammelstelle für die Unterlagen, Exponate, die Fotos und die Privatsammlung von Heinz Heinzerling. Doch dieses Problem ist laut Wohlgemuth jetzt auch gelöst. Ludwig Georg Braun, Vorsitzender des Fördervereins Kloster Haydau, habe dem Arbeitskreis in der Mitgliederversammlung zugesagt, dass er nach Abschluss der Renovierungsarbeiten in den nächsten Wochen ins Dachgeschoss des Hauses Schröder/Blackert an der Nürnberger Landstraße in direkter Nachbarschaft zum Klostergelände einziehen kann.

Kloster gehört zum Ort

„Natürlich gehört auch die Geschichte des Klosters Haydau zur Ortsgeschichte“, sagt Wohlgemuth. Doch den Mitgliedern geht es nicht nur um das, was viele Jahrhunderte zurückliegt, sondern auch um die jüngste Vergangenheit. „Geschichte ist, was gestern war“, sagt Wohlgemuth. Für das neue Domizil gibt es schon erste Ideen:

Freuen sich auf den Einzug: Rainer Wittich, Otto Wohlgemuth, Heinz Heinzerling, Dieter Reichel, Karlheinz Schönewald, Günter Görke und Praktikantin Vanessa Scholz (von links).

• Waltari-Bergmann-Stube: Es könnte eine Art Lesestube mit Literatur über die Gemeinde Morschen mit ihren Ortsteilen und das Kloster Haydau entstehen, die offen für alle ist. Waltari Bergmann, ehemaliger Rektor der Georg-August-Zinn-Schule, war laut Wohlgemuth in Morschen die prägende Persönlichkeit in Sachen Heimatforschung. Stetig habe der im Jahr 2000 verstorbene Pädagoge gemahnt: „Rettet das Kloster Haydau.“

• August-Heinzerling-Dokumentation: Das Leben des Unternehmers, dessen Firma Heimag ihre Anfänge auf dem Gelände der Domäne Haydau nahm und der den handbetriebenen Küchenhelfer Rührfix erfand, könnte dokumentiert werden. Der Rührfix wurde laut Otto Wohlgemuth weltweit sieben Millionen Mal verkauft.

• Raum für Bodenschätze: Die Gemeinde liegt im Gebiet eines Grabenbruchs. Die wichtigsten Bodenschätze sind Kalk und Gips. Schon die Landgrafen machten sich den Gips zu nutze. Es gab laut Wohlgemuth den Konnefelder Alabaster, der unter anderem noch im Engelsaal im Kloster Haydau zu sehen ist. Zudem existieren etliche Skulpturen und Rohlinge aus den Hessischen Kunstwerkstätten Altmorschen, die aus Alabaster hergestellt wurden. Außerdem sind zahlreiche Versteinerungen und Fossilien vorhanden.

Weitere Projekte des Arbeitskreises sind ein Kalender für 2014 zum Thema Handel, Gewerbe und Handwerk in Morschen, ein Flyer zur jüngeren Klostergeschichte sowie die Aktualisierung des Kleinen Klosterführers von 2006.

• Kontakt: Otto Wohlgemuth, Tel. 05664/8225, otto.wohlgemuth@t-online.de

Von Barbara Kamisli

Quelle: HNA

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