Treysa

Arbeitskreis lud zur Weihnachtsfeier in Flüchtlingsunterkunft

Kaffeetafel im Flur des Flüchtlingsheims am Harthberg: Für jede vertretene Nation wurde eine Kerze entzündet.

Ziegenhain. „Wir brauchen keine Instrumente" war das erste Lied der Kinder und sie machten lautstark klar, dass das auch stimmt.

Der Chor des Kindergartens an der Bleichwiese eröffnete die Weihnachtsfeier mit Asylsuchenden und Flüchtlingen in Ziegenhain. Gemeinsam feierten dort Menschen aus 19 Nationen.

Trotz des nicht gerade gemütlichen Ambientes in einem großen Flur in der ehemaligen Kaserne war die Atmosphäre fröhlich. „Die Stimmung ist immer gut“, erklärte auch Mohammed Baum, der zum zweiten Mal dabei ist. „Ich finde es schön, dass die Flüchtlinge so ein Stück deutsche Kultur kennenlernen können.“

Neben dem Kinderchor trat auch die Gesangsgruppe Ten Sing auf und unterhielt mit englischsprachigen Liedern. Pfarrer Michael Brühne hielt eine Weihnachtsansprache, in der er betonte, dass auch Jesus als Fremder in die Welt gekommen ist und Christen eine Willkommenskultur leben sollten. Bürgermeister Dr. Gerald Näser lobte die Arbeit des Treysaer Arbeitskreises für Toleranz und Menschenwürde, der die Weihnachtsfeier seit vielen Jahren organisiert. Sein erfolgreiches Engagement habe auch andere inspiriert. Gestern traf sich nämlich erstmals ein Arbeitskreis mit gleichem Namen in Ziegenhain.

Nach den Reden war es Zeit für eine kleine Stärkung in Form von Kaffee und Kuchen. Um sich auch die Vorweihnachtszeit versüßen zu können, erhielten die Jüngsten außerdem eine Tüte voller kleiner Geschenke vom Arbeitskreis Stadtgespräch der evangelischen Kirchengemeinde in Schwalmstadt.

Höhepunkt der Veranstaltung war sicherlich das Entzünden der Lichter für die Völker dieser Welt. Mit Unterstützung der kleinen Hayat entzündeten die Arbeitskreismitglieder Jochen Helwig und Silvia Scheffer eine Kerze für jede Nation, die anwesend war.

„Ich finde es schön, dass hier so viele unterschiedliche Menschen aus verschiedenen Nationen gemeinsam feiern“, sagte Kesanet Teklmaryam. Das Beispiel der jungen Frau zeigt, dass viele der Menschen trotz ihrer Fröhlichkeit an diesem Abend ein bewegtes Schicksal haben. Denn nur eines von Teklmaryams Kindern, Tochter Nardos, kann auf dem Schoß der Mutter sitzen. Ihr größter Weihnachtswunsch: Dass ihr zweites Kind endlich nach Deutschland kommen darf.

Von Michaela Pflug

Aufgrund der Spendenbereitschaft in den vergangenen Jahren hat der Arbeitskreis für Toleranz und Menschenwürde vor Beginn der Weihnachtszeit wieder eine Hilfsaktion für Asylsuchende ausgerufen. Wie die Sprecher des Arbeitskreises Klaus Schubert und Jochen Helwig mitteilten, soll so ermöglicht werden, Flüchtlingen und Asylsuchenden in Schwalmstadt eine Unterstützung in ihrer schwierigen Situation zu gewähren.

Dieser Aufruf wird von der Stadt Schwalmstadt mitgetragen und unterstützt. Jeder Cent zähle und kommt bei den Betroffenen an, wird betont. Der Arbeitskreis garantiert, dass nur ihm bekannte Asylsuchende und Flüchtlinge Unterstützung erhalten. Die Stadt Schwalmstadt stellt eine Spendenquittung für das Finanzamt aus.

Wer die Flüchtlinge und den Arbeitskreis unterstützen möchte, kann auf das Konto der Stadtsparkasse Schwalmstadt spenden. IBAN:DE78520534580000010710, Betreff: „108876 AK:TuM Hilfe für Asylsuchende“.

Quelle: HNA

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