Lage ist sehr günstig - Bevölkerungsrückgang mit Fachkräftemangel aber Problem

Arbeitsmarkt - europaweit suchen

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Detlef Hesse

Wolfhager Land. Die Bilanz ist blendend: Die Arbeitslosenquote im Wolfhager Land lag Anfang Dezember bei 4,0 Prozent. Im Januar 2005 wurden noch rund elf Prozent registriert.

Damit nimmt der Altkreis heute hessenweit eine hervorragende Stellung ein, aber auch die Region insgesamt weist einen sehr stabil-positiven Wert auf.

Zukunftsfähigkeit

Zu einem Gespräch über die Zukunftsfähigkeit der Region hatten die Arbeitsagentur und die Stadt Wolfhagen eingeladen. Vier Prozent Arbeitslosigkeit seien super, meint Wolfhagens Bürgermeister Reinhard Schaake, „das ist aber immer noch zu viel“. Neben einer generell günstigen Konjunkturlage sei es vor allem eine investitionsfreundliche Politik in Wolfhagen, die der „Stadt gut getan hat“, so der Wolfhager SPD-Fraktionsvorsitzende Heiko Weiershäuser. Das sieht auch der Unternehmer Hans Franke mit seiner Firma Energy Glas so. Mit fast 80 Mitarbeitern ist er in der früheren Pommernkaserne ansässig und schwärmt vom logistischen Vorteil in Nordhessen mit einer Universität.

Vor allem seien es Jobs im Bereich der erneuerbaren Energien und in Gesundheits- und Pflegeberufen, richtigen Boombranchen, erklärt Detlef Hesse, der Leiter der Arbeitsagentur Kassel, die den Aufschwung maßgeblich stützten. Nicht nur die Wirtschaftsstruktur habe sich in der Region Nordhessen geändert, es gebe auch ein sehr positives Denken, das früher in in dieser Form unbekannt gewesen sei.

Rückgrat

Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke sieht den Mittelstand als Rückgrat, darin eine „relativ starke, belastbare Basis“ für die Entwicklung. Beim zunehmenden Bevölkerungsrückgang und einsetzenden Fachkräftemangel gelte es jedoch, nicht den Anschluss zu verlieren auf dem Arbeitsmarkt, sagt Agenturleiter Hesse. „Wo bekommt man die Arbeitskräfte von morgen her?“, fragt Hesse. Es entstehe zunehmend Konkurrenz zwischen den Regionen. Betriebe müssten dahin kommen, nicht nur nach den „Olympioniken“ Ausschau zu halten, denn das werde zunehmend schwerer, sondern auch mal den „Zwei- und Drittbesten“ zu nehmen.

Blick in Ballungszentren

Regionalmanager Holger Schach wirbt dafür, bundes- und europaweit nach neuen Arbeitskräften zu suchen. Da dürfe man auch vor Ballungszentren nicht Halt machen, in denen es im Gegensatz zum Raum Kassel wesentlich höhere Immobilienpreise gebe - und das sei schließlich auch ein Standortvorteil für die hiesige Region, um neue Arbeitnehmer anzuwerben.

Abschlüsse anerkennen

Problematisch wirkt sich gerade in der nach Mitarbeitern suchenden Pflegebranche aus, dass oftmals ausländische Abschlüsse hierzulande nicht anerkannt werden, so Agenturchef Detlef Hesse: „So etwas können wir uns nicht leisten.“

Quelle: HNA

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