Archäologie-Serie: Hügelgräber im Wolfhager Stadtwald

Damals: Die historische Aufnahme zeigt das Hügelgrab im Stadtwald im Zustand der Grabungen. Repro: Ulbrich

Wolfhagen. Beim heutigen Teil unserer Archäologie-Serie reisen wir in der Zeit ein Stück weiter Richtung Bronzezeit: Die Hügelgräbergruppe in den Waldgebieten zwischen Viesebeck und Leckringhausen ist entgegen weiterer Hügel in Nordhessen eindeutig datiert auf die Zeit zwischen 1550 und 1300 vor Christus.

Wie bei vielen archäologischen Fundstätten, ist auch von den Hügelgräbern im Stadtwald außer einigen Erhebungen nichts mehr zu sehen. Dabei ist die Hügelgruppe nahe Bühle die größte von sechs Gruppen, die jeweils vier bis zwölf einzelne Hügel zählen.

Aufgrund der Topographie könnte es sein, dass sich diese Gruppen entlang einer alten Nord-Süd-Wege-Verbindung anordnen, sagt Dr. Irina Görner vom Landesmuseum Kassel. Entdeckt wurden sie im Zuge einer damals üblichen Steingewinnung für den wegebau im Jahr 1936.

Bronzeschwert entdeckt

Dabei entdeckten die Arbeiter ein Bronzeschwert und meldeten den Fund, woraufhin Archäologen mit der Grabung begannen. Sie legten dabei ein Hügelgrab frei, welches wohl bis zu drei Meter hoch war und einen Durchmesser von zwölf bis 16 Meter gehabt haben dürfte.

Neben dem Hügelzentrum, dem Bereich der eigentlichen Bestattungen, fand man noch einen Steinkreis von 13 Metern Durchmesser, der das Grab ehemals umgab.

Neben dem Schwert stießen die Archäologen noch auf einen Spiralring aus Golddraht. Damit wird die Sonderstellung der Bestattung unterstrichen, ergänzt Görner, „denn Beigaben in bronzezeitlichen Gräbern Nordhessens waren selten und eher spärlich.“

 

Die Funde sprechen für die letzte Ruhestätte eines reichen Mannes, der zumindest in sozial gehobener Stellung war. Die Goldspirale wird als „Abzeichen“ gesehen, man trug sie vermutlich im Haar, sagt Kreissprecher Harald Kühlborn. Leider gibt es keine genaueren Indizien über den Bau und zur Lage des Schwertes im Hügelgrab bei Wolfhagen, da der Grabbereich durch die Steingewinnung zerstört war.

Während man andernorts an unberührten Hügeln eine Vielzahl von Rückschlüssen auf die damalige Gesellschaft und Grabbräuche ziehen könne, sei dies im Stadtwald Wolfhagen leider nicht mehr möglich, sagt Irina Görner.

„Kupferbeil und Bärenkralle“, Landkreis Kassel

ISBN: 978-3-931787-58-5

Quelle: HNA

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