Homberger Ferienspielkinder gestalteten mit dem Naturschutzbund ein Insektenhotel

Architekten für die Natur

Tatkräftiger Einsatz für Wildbiene, Ohrwurm und Co: Die Ferienspielkinder richteten mit Rainer Hartmann vom Nabu (hinten links) ein Insektenhotel ein. Foto: Ehl von Unwerth

Homberg. Die Immobilie für Krabbeltiere und Flugkünstler war ein außergewöhnliches Bauvorhaben: Die bauten kürzlich 30 Ferienspiel-Kinder aus Homberg und den Stadtteilen. In Kooperation mit dem örtlichen Naturschutzbund richteten sie eine Nisthilfe für Insekten ein.

Die Möglichkeit dazu bot ihnen eine Veranstaltung der Planungsgruppe Freizeitspiele. Seit 33 Jahren sorgen mehrere ehrenamtlich engagierte Frauen in den Oster- und Sommerferien für eine unterhaltsame und zugleich lehrreiche Ferienzeit. Jetzt stand für ihre acht- bis zwölfjährigen Schützlinge ein österliches Backvergnügen, Bowling, ein Ausflug ins „Wortreich“ nach Bad Hersfeld sowie das Naturprojekt „Insektenhotel“ auf dem Programm.

Die Nisthilfe für Florfliegen, Ohrwürmer, Schmetterlinge und viele Wildbienenarten entstand direkt in der Grünanlage an der Wallstraße. Dort wurde ein bereits vorhandenes Grundgerüst fest verankert. Das wandartige Gestell in Form eines Hauses enthält diverse Gefache und eine ausgeprägte Dachkonstruktion als Wetterschutz.

Schilfrohr und Reisig

Die Ferienspielkinder bestückten mit Hilfe des Homberger Nabu-Vorsitzenden Rainer Hartmann die noch leeren Gefache mit verschiedenartigen Materialien. Dazu schnitten und rollten sie Schilfrohrmatten, bündelten Reisig in Bastmatten und füllten Tannenzapfen, Stroh und Holzwolle in wetterfeste Kunststoffrohre und Blecheimer. Daneben dienten auch Baumstücke und -scheiben aus Hartholz als spätere Kinderstuben für den Insektennachwuchs.

Er sei froh, dass er im Zeitalter der Technik lebe: So kommentierte ein junger Hotel-Konstrukteur seinen ungewohnt mühsamen körperlichen Einsatz mit Opas Handbohrer.

Doch der Nutzen für die Natur war allen Beteiligten Lohn genug. Die Lebensräume der für Bestäubung und natürliche Schädlingsvernichtung wichtigen Insekten würden zunehmend zerstört. Daher seien sie auf eine solche Unterstützung angewiesen, beteuerte Hartmann.

Zugleich werde den Kindern auf diese Weise praktischer Naturschutz anschaulich nahegebracht, freuten sich die Freizeit-Organisatorinnen - und Bärbel Bottenhorn kündigte an: „Im nächsten Jahr kommen wir alle wieder und machen mit Pfeifenputzern das Hotel sauber“.

Von Sigrid Ehl-von Unwerth

Quelle: HNA

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