Tipps: So trotzen Sie der Kälte

Arktische Kälte wird erwartet: Kinder und Senioren brauchen besonderen Schutz

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Erfrierungen drohen: Besonders Kinder und Senioren sind bei extremen Frostgraden in den kommenden Tagen gefährdet. Wichtig sind Mütze, Handschuhe und Schal. 

Wolfhager Land. Arktische Kälte wird ab dem Wochenende im Wolfhager Land und dem Rest der Region erwartet. Wie bereiten sich Krankenhäuser, Altersheime oder Feuerwehren vor?

Temperaturen bis minus zwölf Grad und eisiger Wind lassen Menschen frieren. Gefühlt wird es noch kälter, wie der Deutsche Wetterdienst voraussagt (lesen sie hier: Die Kältewelle kommt: So sehr müssen wir in der Region zittern). Wir haben im Altkreis nachgefragt, wie sich beispielsweise Krankenhäuser, Altersheime oder die Feuerwehren auf die klirrende Kälte vorbereiten.

Vor allem ältere Menschen, die sich nicht so viel bewegen, und Kinder sollen besonders gegen die Kälte geschützt werden, da Erfrierungen drohen. Die Kältewelle ist auch eine enorme Herausforderung für den Organismus, besonders für das Herz-Kreislauf-System.

„Wir weisen unsere Senioren auf die Kältewelle hin und empfehlen ihnen, sich gut zu schützen“, sagt Peter Grunwald vom Wolfhager Seniorenzentrum. Die älteren Menschen würden diese Extremtemperaturen kennen. Viele erzählten immer wieder von viel strengeren Wintern in der Vergangenheit.

Für Feuerwehren im Wolfhager Land bedeuten die Minusgrade im Brandfall einen erheblichen Mehraufwand, wie Kreisbrandinspektor Sebastian Mazassek auf Anfrage der HNA erklärte.

Zwar lägen die Wasserleitungen unter der Frostgrenze, doch das Wasser müsse ständig laufen, um den Durchfluss zu gewährleisten. „Nicht nur die Löschwasserversorgung ist problematisch, auch die Leistungsfähigkeit der Einsatzkräfte ist eingeschränkt. Das ist bei Kälte genau so wie bei extremer Hitze“, sagte Mazassek. Doch es nütze alles nichts: Brandschutz gehe nun mal vor. Egal bei welchen Temperaturen.

In der Wolfhager Kreisklinik gibt es zur Frostperiode keine besonderen Vorkehrungen, erklärte GNH-Sprecherin Gisa Stämm. Zum Glück sei es nicht glatt, sodass mit vermehrten Knochenbrüchen nicht gerechnet werden müsse.

Helmut Rupp vom Ordnungsamt Wolfhagen verweist auf die Regelung, dass die städtischen Teiche nicht betreten werden dürfen. Gerade bei den eisigen Temperaturen, die auf die Region zukommen, solle man sich daran halten, sagt er. „Das Betreten der Teiche bei Eisbildung ist schlichtweg verboten.“ Da sich um die Gewässer in Teichwiesen und Bruchwiesen, die sich beispielsweise hinter den Lebensmittelmärkten Aldi und Tegut in Wolfhagen befinden, weder Zaun noch Verbotsschilder befänden, appelliert Rupp an den gesunden Menschenverstand.

Matthias Boos von den Stadtwerken Wolfhagen rät den Menschen als Vorsichtsmaßnahmen vor der kommenden Kältewelle die Wasseruhren vor Zugluft zu schützen. „Wenn sich beispielsweise die Wasseruhr im Keller befindet und das Fenster geöffnet ist, sollte man bei den eisigen Temperaturen darauf achten, die Uhren vor dem kalten Wind zu schützen“, erklärt er. Andernfalls könnten sie gefrieren. Generell drohe allerdings keine Gefahr. „Unsere Wasser- und Elektromeister sind beruhigt – wir hatten seit langer Zeit keine gefrorenen Wasser- oder Stromleitungen mehr“, sagt Matthias Boos.

Auch die Tiere betroffen. Vögeln fehlt Nahrung

Auch die Tierwelt leidet unter der Kälte. Otto Reinhard vom Naturschutzbund (NABU) aus Oberelsungen rechnet damit, dass einige Vögel die Extremkälte nicht überleben werden. Daher sollte man die Tiere mit Futterstellen unterstützen.

Für Vögel bedeutet die Kälte laut NABU häufig einen Nahrungsengpass, wenn die vertraute Nahrung nicht mehr oder nur eingeschränkt zugänglich ist. Besonders hart seien Nahrungsspezialisten wie Schleiereulen oder Eisvögel betroffen.

Zugefrorene Gewässer versperrten beispielsweise Eisvögeln den Zugang zu Kleinfischen. Länger dauernde Frostperioden könnten für diese Arten katastrophale Bestandseinbrüche im Winter zur Folge haben, von denen sie sich oft erst nach Jahren wieder erholten.

Tipps: So trotzen Sie der Kälte

1. Zusätzlich zu warmer Kleidung sollte man auch seine Haut schützen. Denn diese kann durch die kalte Luft leicht austrocknen. Also eine spezielle Kältecreme verwenden, die die Haut schützt.

2. Darüber hinaus sollte man sein Immunsystem unterstützen, indem man seine Darmflora stärkt. 80 Prozent des Immunsystems befinden sich im Darm. Auch Ingwertee oder heiße Zitrone unterstützen die Abwehrkräfte.

3. Markus Schimmelpfennig vom Gesundheitsamt Kassel warnt vor zu viel Alkoholkonsum während der Kälte. „Die wärmsten Jäckchen sind in dem Fall nicht die Cognäcchen“, sagte er mit einem Lachen. Er erklärt, dass sich bei Kälte die Gefäße des Körpers schließen und das Blut in der Körpermitte zentriert wird. Zu viel Alkohol bewirke genau das Gegenteil: Die Gefäße öffnen sich und der Körper kühlt schneller aus.

4. Wenn es kalt ist, grassiert die Grippe. „Häufig die Hände waschen“, sagt Markus Schimmelpfennig. An vielen Gegenständen wie Handys, Zeitschriften beim Arzt oder Türgriffen tummeln sich Viren und Bakterien. Daher auch in den Ellenbogen husten, anstatt in die Hand. „Und wer krank ist, gehört auf jeden Fall ins Bett“, sagt Schimmelpfennig.

Halten sich mit heißem Tee warm: die HNA-Praktikantinnen Paulina Schmidt (links) und Anne-Michèle Woelbert am zugefrorenen See im Park Schönfeld.

5. Herzkranke sollten die Kälte meiden, denn das Herz kann durch den starken Blutfluss, um die Körpertemperatur aufrecht zu erhalten, überanstrengt werden.

6. Um den Körper von innen zu wärmen, können Chili, Cayenne und Tabasco verwendet werden. 

7. Kalt ist es auch in der Autowerkstatt. Neset Dirik, Mitarbeiter des Autoservice 192, verrät uns seinen besonderen Tipp: „An apple the day keeps the doctor away.“ (deutsch: Ein Apfel pro Tag erspart den Arztbesuch.) Tatsächlich gibt es in der Werkstatt einen riesigen Korb mit Äpfeln, von denen man sich bedienen darf. Auch, um das Auto zu schützen, hat er Tipps: Die Windschutzscheibe sollte abgedeckt werden, Dichtungen und Schlösser der Türen sollten gepflegt werden.

8. Auch für die Hobbygärter gibt es einen Tipp: Michael Uffelmann von der Gärtnerei Uffelmann rät Blumen, vor allem Rosen, vor der Sonne zu schützen, da sie nachts gefrieren und tagsüber wieder auftauen. Dieses Wechselspiel ist schlecht für die empfindlichen Pflanzen. Am besten deckt man sie mit Tannenzweigen ab.

9. Besonders gesundheitsfördernd für jeden: Viel lachen!

Die Tipps haben Paulina Schmidt und Anne-Michèle Woelbert zusammengestellt

Quelle: HNA

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