Er hat Europas Schönste

Armin Bopperts Orpington-Hühner sind prämiert und reisen durch die Lande

Ersatzhahn: Da sich der Europameister zurzeit in der Mauser befindet, musste ein anderes Tier aufs Foto. Armin Bopperts Tiere haben übrigens keine Namen, sondern nur eine Nummer und wandern über kurz oder lang in den Topf. Foto: Haaß

Frielendorf. Seit Anfang des Jahres wohnt in Leimsfeld ein waschechter Europameister. Er ist zwar etwas kompakt geraten, aber seine laute Stimme und das akkurate Äußere haben ihm den Sieg gebracht.

Die Rede ist nicht etwa von einem Mitglied der Leimsfelder Dorfmusikanten, sondern von einem stattlichen Hahn der Rasse „Zwerg-Orpington gelb-schwarz columbia".

Stolzer Eigentümer und Züchter des Tieres ist Leimsfelds Ortsvorsteher Armin Boppert. Bereits seit seinem neunten Lebensjahr begeistert sich der 48-Jährige für das außergewöhnliche Hobby. „Letztlich bin ich über meinen Onkel zu den Hühnern gekommen. Die Zucht ist für mich Ausgleich zum Beruf. Außerdem hat man leckere Eier und Fleisch, welches wesentlich besser schmeckt“, erklärt der Leimsfelder seine Motivation.

Mittlerweile betreibt das Mitglied des Geflügelzuchtvereins Frielendorf die Hühnerzucht seit 30 Jahren und hatte erst einmal so richtig die Nase voll: „Als ich zwanzig war, ist vermutlich ein Marder in mein Hühnerhaus eingestiegen und hat alle Tiere getötet. Danach habe ich eine Pause eingelegt.“

Der Ärger über den Verlust verblasste und einige Jahre später packte Armin Boppert wieder die alte Leidenschaft für das Federvieh. „Als meine Kinder klein waren dachte ich, es wäre schön, Hühner zum Spielen im Garten zu haben. Außerdem ist ein frisches Ei zum Frühstück nicht zu verachten“, so der Angestellte schmunzelnd.

War es zunächst noch ein bunter Haufen aus verschiedenen Rassen, so spezialisierte sich der Leimsfelder später zunehmend auf Orpingtons. Aktuell zählt der Züchter dreizehn Hennen, vier Hähne und knapp 70 Küken zu seinem Bestand.

Auf den ersten Blick erinnern Orpington-Hühner eher an einen Würfel, als an ein echtes Huhn. Doch genauso sieht der Rassestandard es für sie vor, erklärt Boppert die Besonderheit der Art.

Seit 2010 beteiligt sich der 48-Jährige an regionalen und überregionalen Geflügelausstellungen. „Bei der ersten Schau war ich nur mit zwei Hennen am Start“, erinnert sich Armin Boppert. Waren die ersten Platzierungen noch unter ferner liefen, so änderte sich dies rasch. Bereits 2013 stellte der Züchter bei einer nationalen Haupt- und Sonderschau die sechs besten Tiere. Der Europameistertitel im November 2014 war für den Leimsfelder bislang der Höhepunkt der Züchterkarriere.

Bei der EM im obersorbischen Schleif setzten sich Boppert und sein Hahn mit einem Punkt Vorsprung gegenüber dem Zweitplatzierten durch. Insgesamt nahmen an der internationalen Geflügelschau Züchter mit 475 Zwerg-Orpingtons und 345 Orpingtons teil.

Durch den Titel sind mittlerweile Hühnerfreunde aus ganz Europa auf den Hobbyzüchter aufmerksam geworden. Bis nach Metz in Frankreich konnte der Leimsfelder bereits Tiere verkaufen. „Reich kann man damit aber nicht werden“, so der engagierte Züchter.

Kurios: Gerade zu Ostern gibt es im Hause Boppert so gut wie keine eigenen Eier in der Küche, sagt Armin Boppert: „Die Osterzeit ist auch Kükenzeit. Ich brauche die meisten Eier als Bruteier.“

Von Matthias Haaß

Quelle: HNA

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