Freiwillige Kirchgeld geht in neue Runde - 71 Projekte werden beworben

Armut ist zentrales Thema

Wolfhager Land. Sechste Runde für das Freiwillige Kirchgeld im evangelischen Kirchenkreis Wolfhagen: In den nächsten Tagen startet die neue, bis März/April dauernde Spendenaktion. Erstmals wird dabei mit „Überwindung von Ausgrenzung“ das Thema Armut und Kinderarmut aufgegriffen.

Welch große Bedeutung Armut auch im Altkreis mitterweile hat, wird daran deutlich, dass gleich 16 Kirchengemeinden - eigentlich sogar 17, doch Breuna geht hier einen Sonderweg - das Thema auf ihre Projektliste gesetzt haben.

Dekan Dr. Gernot Gerlach: „Wir erfahren fast täglich von Kindern und Familien in Not. Man muss nur einmal genau hinsehen, dann weiß man, wo geholfen werden muss.“ Schon allein, wenn ein Kind sich beim Gemeindefest kein Würstchen kaufen könne, sei das manchmal Indiz dafür - und dann sei die Ausgrenzung in Kindergarten oder Schule oft die Folge. Helfen will man zusammen mit den Trägern von Einrichtungen und dem Diakonieausschuss - konkrete Fälle gebe es genug.

An oberster Stelle auf den Projektlisten, die jede der 23 Kirchengemeinden nach eigenen Belangen aufstellt, rangiert mit 19 Nennungen erneut der Erhalt oder die Renovierung der Kirchenbauten. „Das zeigt, wie wichtig den Leuten ihre Kirche ist. Auch, wenn sie nicht hingehen, finden sie, dass die Kirche zum Dorf gehört“, sagt Pfarrer Wolfgang Hanske (Istha/Oelshausen). In seiner Kirchengemeinde läuft in Oelshausen die aufwändige Sanierung des Gotteshauses (wir berichteten). Dafür wurden bei der vergangenen Runde 2 395 Euro aus dem Freiwilligen Kirchgeld (insgesamt 2 810 Euro für Oelshausen) gespendet. Hanske hofft, dass hier die Spenden unvermindert weiter fließen.

Brief für jeden Haushalt

Das Kirchgeld, das 2006 im Kirchenkreis Wolfhagen als Pilotprojekt für die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck eingeführt worden war, hat bisher nicht zu einem Einbruch bei den Spenden für andere kirchliche Organisationen oder bei den Kollekten geführt, berichten Gerlach und Hanske. „Gespendet wird für Somalia und ein örtliches Projekt gleichermaßen“, so Hanske.

Ab dem 24. Oktober gehen die Informationsbriefe über die Vorhaben in den Kirchengemeinden an die Haushalte.

Insgesamt bewerben die 23 Gemeinden 71 Projekte von Kirchenmusik bis Jugendarbeit, bei der vorigen Aktion waren es 73 mit einer Gesamtsumme von 91 663 Euro Spendengeld.

Von Cornelia Lehmann

Quelle: HNA

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