Gesundheitssystem ist laut SPD nicht auf Behinderte eingestellt

Arztbesuch mit Barriere

Siegfried Richter

Schwalm-Eder. Keine Ausgrenzung behinderter Menschen aus dem Gesundheitssystem fordert die Arbeitsgemeinschaft (AG) SPD 60 plus Hessen Nord. Die UN-Behindertenrechtskonvention zur Integration behinderter Menschen müsse so schnell wie möglich umgesetzt werden, heißt es in einer Pressemitteilung.

„Auch heute noch werden behinderte Menschen in zahlreichen Bereichen aus dem deutschen Gesundheitssystem ausgegrenzt“, sagt Siegfried Richter aus Homberg, Vorsitzender der AG. Nur ein Teil der Arztpraxen und Notdienstzentralen seien barrierefrei zugänglich.

Nicht passend ausgestattet

„Die Praxisausstattungen seien für behinderte Menschen teilweise unzumutbar oder verhindern gar eine adäquate Behandlung“, sagt Richter weiter. In den gynäkologischen Praxen oder Behandlungszentren sowie den Krankenhäusern gäbe es nur selten auf Rollstuhlhöhe absenkbare Behandlungsstühle.

Das ärztliche und pflegerische Personal sei darüber hinaus häufig nicht adäquat auf den Umgang mit behinderten Menschen eingestellt oder aus Zeitmangel dazu nicht in der Lage.

Die Erläuterung über Therapie und Behandlung sei laut Richter besonders bei Menschen mit intellektuellen Einschränkungen oft verbesserungswürdig. „Für Praxisinhaber sind mehr als zwei oder drei behinderte Menschen, besonders wenn im Vorfeld ein Zusatzhonorar der Krankenkassen für den zusätzlichen Zeitbedarf nicht klar geregelt ist, aus wirtschaftlichen Gründen oft problematisch“. All diese Punkte stünden, so Richter, im Widerspruch zu der Behindertenrechtskonvention der UN, die auch von der Bundesregierung unterschrieben worden sei.

Schnelle Umsetzung

Aus diesem Grund habe die AG SPD 60 plus Hessen Nord einen Antrag erarbeitet, der auf der Bundeskonferenz Ende August in Berlin beraten wird. Ziel sei, über die SPD-Bundestagsfraktion eine Gesetzesinitiative zur schnellstmöglichen Umsetzung der UN-Konvention zu erreichen und entsprechende Förderprogramme aufzulegen.

Gleichzeitig bittet Siegfried Richter alle Behinderten- und Seniorenorganisationen, auch der im Bundestag vertretener Parteien, sich dieser Thematik zu widmen. (wag)

Quelle: HNA

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