Autofahrer fiel Ast auf seinen Wagen - Stadt sieht keine Schuld

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Nur ein Ast brach: Und der traf exakt das Auto von Hendrik Hinzdorf, das er in der Nähe der Eder vor einer Reihe Pappeln abgestellt hatte.

Fritzlar. So stellt man sich einen richtigen Unglückstag vor. Da parkt jemand sein Auto vor einer langen Reihe Pappeln als einzigen Wagen weit und breit. Es ist fast windstill, kein Sturm weit und breit. Und doch bricht an einem Baum ein großer Ast ab und erwischt das einzige Auto – und zwar mittig.

Hendrik Hinzdorf aus Ungedanken ist genau das passiert. Er fuhr an die Eder, um dort mit seinem Hund spazieren zu gehen. Er war gerade fünf Minuten unterwegs, da hörte er ein Krachen, als der Ast auf das Auto fiel. „Ich habe noch Glück gehabt, dass ich das Ding nicht auf den Kopf gekriegt habe“, sagt der 27-Jährige.

Ärgerlich bleibt der Vorfall allemal. Das Autodach war zerkratzt und eingedellt, ein Gutachter hat den Schaden auf mehr als 5000 Euro geschätzt, inklusive Gutachterkosten und Wertminderung.

Hinzdorf hatte gehofft, dass die Versicherung der Stadt Fritzlar den Schaden ersetzt. Doch die GVV-Kommunalversicherung lehnt das ab. Die Stadt Fritzlar habe den Baum im Februar kontrolliert, ohne Befund.

Hendrik Hinzdorf

Daher trage die Stadt keine Schuld, denn Äste könnten nun mal abbrechen. Die Versicherung teilte dem Industriemechaniker aus Ungedanken mit: „Solche Gegebenheiten, die sich in der Natur abspielen, sind weder vorhersehbar noch vermeidbar.“

Fritzlars Bürgermeister Hartmut Spogat sieht das genauso. Auch er verweist auf die Kontrolle durch Mitarbeiter. Der Ast sei, das zeigten auch die Fotos, voll belaubt gewesen. Das sei ein Hinweis darauf, dass es sich nicht um Totholz handele. Für den Vorfall mit dem Ast gelte: „Es ist ein Naturereignis.“ Hinzdorf will den Schaden nun über seine Vollkaskoversicherung abwickeln, allerdings müsse er 300 Euro Selbstbeteiligung zahlen, außerdem würde die Versicherung selbst nach dem Schadensfall teurer. Deswegen will er sich mit der Ablehnung durch die Versicherung auch nicht zufrieden geben.

Er vermute, dass der Baum nicht richtig beschnitten worden sei. „Im schlimmsten Fall muss es vor Gericht geklärt werden“, sagt Hinzdorf. Wie auch immer das ausgeht, der Ungedänker wird in Erinnerung bleiben als der Mann, der an einem Tag einmal so richtig Pech gehabt hat.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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